In Kürze
Mass Customization bedeutet kundenindividuelle Massenfertigung: Produkte werden in großer Stückzahl hergestellt, aber gezielt auf die Wünsche einzelner Kunden zugeschnitten.
Definition
Der Begriff setzt sich aus Mass Production (Massenproduktion) und Customization (kundenindividuelle Gestaltung) zusammen. Ziel ist es, einem großen Absatzmarkt Produkte oder Dienstleistungen anzubieten, die auf individuelle Kundenwünsche eingehen – und das zu Preisen, die mit Standardprodukten vergleichbar sind.
Im Unterschied zur klassischen Einzelfertigung wird beim Mass Customization nicht jedes Produkt völlig neu entwickelt. Die Individualisierung beschränkt sich auf bestimmte, für den Kunden wichtige Komponenten. Im Unterschied zur Variantenfertigung wird ausschließlich auf Bestellung produziert – der Kunde wird aktiv in den Produktionsprozess eingebunden.
In der Theorie werden drei Grundformen unterschieden:
- Style Customization: Der Kunde wählt aus vorgegebenen optischen Varianten, z. B. Farben oder Materialien.
- Best (Matched) Fit: Aus vorhandenen Produktteilen wird die Kombination zusammengestellt, die den Kundenwünschen am nächsten kommt.
- Custom Fit: Einzelne Teile werden speziell für den Kunden gefertigt und mit Standardteilen zum Endprodukt zusammengesetzt.
Typische Merkmale des Mass Customization sind eine modulare Produktstruktur, eine hohe Variantenvielfalt, die Einbindung des Kunden vor der Produktion sowie ein großer Absatzmarkt. Bekannte Anwendungsfelder sind die Bekleidungs- und Schuhindustrie.
Ein weiterer Vorteil: Da nur auf Bestellung produziert wird, entfallen hohe Lagerkosten, und in manchen Branchen lässt sich das Risiko durch unverkaufte Saisonware vermeiden.