In Kürze
Bei einer Make-or-Buy-Entscheidung prüft ein Unternehmen, ob es ein Produkt oder eine Leistung selbst herstellen oder von einem externen Anbieter beziehen soll. Ziel ist es, Kosten zu senken und wirtschaftlich sinnvoll zu handeln.
Definition
Der Begriff „Make-or-Buy" stammt aus dem Englischen und bedeutet sinngemäß „selbst machen oder kaufen". Unternehmen stehen regelmäßig vor der Frage, ob sie Vor- und Zwischenprodukte, Dienstleistungen oder Betriebsmittel selbst erzeugen oder von Zulieferern und Dienstleistern einkaufen sollen.
Im Mittelpunkt steht ein Kostenvergleich: Die eigenen variablen Kosten der Herstellung werden dem Einkaufspreis eines Fremdanbieters gegenübergestellt. Kurzfristig gilt: Liegen die variablen Kosten über dem Einstandspreis, spricht das für Fremdbezug. Langfristig müssen auch die Fixkosten einbezogen werden — Fremdbezug lohnt sich dann, wenn gilt: Fixkosten + (variable Kosten × Menge) übersteigen den (Einstandspreis × Menge).
Die Entscheidung ist besonders relevant, wenn Endprodukte aus mehreren Baugruppen bestehen, wenn Lieferanten vergleichbare Produkte anbieten oder wenn Dienstleistungen wie Instandhaltung, Werbung oder IT auch extern erbracht werden könnten.
Neben den Kosten spielen weitere Kriterien eine wichtige Rolle:
- Liquidität – z. B. längere Zahlungsfristen durch Lieferanten
- Qualität – Einhaltung von Qualitätsstandards oder Zugang zu speziellem Know-how
- Termintreue – Zuverlässigkeit und Flexibilität der Lieferanten
- Arbeitsplatzsicherung – Auslastung eigener Kapazitäten und Erhalt von Stellen im Betrieb
- Sonstige Faktoren – z. B. Marktstellung, Image oder Kooperationen
Eine rein kostenbasierte Betrachtung greift also zu kurz. Unternehmen sollten Make-or-Buy-Entscheidungen stets unter wirtschaftlichen, technologischen, sozialen und logistischen Gesichtspunkten abwägen.