In Kürze
Der Materialaufwand umfasst alle Kosten, die ein Unternehmen für Ausgangsstoffe und eingekaufte Leistungen zur Herstellung seiner Produkte aufwendet. Er ist ein zentraler Posten in der Gewinn- und Verlustrechnung.
Definition
Zum Materialaufwand zählen alle Aufwendungen, die direkt mit der Produktion von Gütern zusammenhängen. Konkret gehören dazu drei Bereiche:
- Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe: Grundmaterialien und Hilfsmittel, die in der Produktion eingesetzt werden.
- Bezogene Waren: Fertige Produkte, die ein Unternehmen einkauft, um sie weiterzuverkaufen.
- Bezogene Leistungen (Fremdleistungen): Arbeiten, die externe Dienstleister direkt für den Fertigungsbereich übernehmen.
Der Materialaufwand wird neben den Personalkosten als einer der wichtigsten Posten in der Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesen. Grundlage dafür ist das Gesamtkostenverfahren nach § 275 HGB. Erfasst werden alle Materialaufwendungen des laufenden Geschäftsjahres, die wirtschaftlich mit den Umsatzerlösen zusammenhängen.
Bei der jährlichen Inventur werden die tatsächlich vorhandenen Bestände erfasst. Fehlmengen durch Diebstahl, Brand oder Verderb mindern die Bestände und erhöhen damit automatisch den Materialaufwand. Solche Bestandsdifferenzen werden als sonstige betriebliche Aufwendungen verbucht.
Am Ende des Geschäftsjahres fließen die Endbestände der Materialkonten in die Bilanz ein, während die Salden dieser Konten zusammen mit den Fremdleistungskosten als Materialaufwand in die Gewinn- und Verlustrechnung übernommen werden.