Matrix-Organisation

In Kürze

Die Matrix-Organisation ist eine Unternehmensstruktur, bei der Mitarbeiter gleichzeitig zwei Vorgesetzten unterstellt sind — einem Funktionsleiter und einem Sparten- oder Projektleiter.

Definition

Die Matrix-Organisation ist eine besondere Form der Unternehmensorganisation, die sich seit den 1970er Jahren vor allem in größeren Unternehmen verbreitet hat. Sie gilt als eine der komplexesten Organisationsstrukturen und ist erst ab einer bestimmten Unternehmensgröße sinnvoll.

Charakteristisch ist das Zusammentreffen zweier Organisationsprinzipien: Das Unternehmen ist einerseits nach Funktionen (z. B. Einkauf, Produktion, Vertrieb) und andererseits nach Sparten (z. B. Produktgruppen oder Marktbereiche) gegliedert. Daraus entsteht eine Art Gitter — die namensgebende Matrix.

Entscheidungen und Kommunikation laufen dabei vertikal (funktionsbezogen) und horizontal (spartenbezogen) ab. Eine ausführende Stelle erhält Weisungen von mehreren übergeordneten Einheiten, die gemeinsam einer sogenannten Matrixleitung unterstehen.

Unterarten

Es gibt zwei wichtige Varianten der Matrix-Organisation:

  • Projekt-Matrix-Organisation: Eine funktionale Organisation wird durch eine Projektorganisation ergänzt. Mitarbeiter haben zwei Weisungsberechtigte: den Funktionsleiter und den Projektleiter. Diese Form eignet sich besonders zur Nutzung von Spezialisierungswissen sowie zur Einhaltung von Terminen, Qualitätsansprüchen und Kosten.
  • Sparten-Matrix-Organisation: Eine Spartenorganisation wird durch eine funktionale Organisation überlagert. Unterabteilungen sind sowohl dem Spartenleiter als auch dem zentralen Abteilungsleiter unterstellt. Diese Form wird eingesetzt, wenn bestimmte Ressourcen oder Funktionen spartenübergreifend einheitlich genutzt werden sollen.

Vorteile und Nachteile

Ein wesentlicher Vorteil der Matrix-Organisation ist die verbesserte Entscheidungsqualität durch gleichberechtigte Berücksichtigung mehrerer Gesichtspunkte. Typische Konflikte zwischen Stabs- und Linienbereichen werden weitgehend vermieden.

Als Nachteil können in der Praxis Kompetenzüberschneidungen zwischen den Entscheidungseinheiten entstehen. Dieses Konfliktpotenzial erfordert eine aufmerksame Steuerung durch die Unternehmensleitung.