Materialwirtschaft

In Kürze

Die Materialwirtschaft sorgt dafür, dass ein Unternehmen jederzeit mit den richtigen Materialien in der richtigen Menge und Qualität versorgt ist. Sie umfasst alles von der Beschaffung über die Lagerung bis zur Entsorgung von Reststoffen.

Definition

Die Materialwirtschaft umfasst alle Tätigkeiten, die nötig sind, um den Produktionsprozess eines Unternehmens mit Materialien zu versorgen. Dazu zählen Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe, Zulieferteile, Halbfabrikate sowie Handelswaren und Entsorgungsgüter — nicht jedoch fertige Produkte.

Das zentrale Ziel ist es, das benötigte Material zur richtigen Zeit, am richtigen Ort, in der richtigen Menge und Qualität — und das zu möglichst geringen Kosten — bereitzustellen.

Die Materialwirtschaft gliedert sich in vier wesentliche Aufgabenbereiche:

  • Beschaffung: Ermittlung des Materialbedarfs, Suche nach Lieferanten, Angebotsvergleich, Preisverhandlungen und Bestellabwicklung.
  • Lagerhaltung: Planung und Verwaltung des Lagers, Warenannahme, Qualitätsprüfung sowie Ein- und Auslagerung von Materialien.
  • Bereitstellung: Innerbetrieblicher Transport und Kommissionierung, damit das Material pünktlich an der richtigen Stelle im Betrieb ankommt.
  • Reststoffverwertung und Entsorgung: Umweltgerechte Beseitigung oder Wiederverwertung von Produktionsrückständen (Recycling).

Die Materialwirtschaft steht in engem Zusammenhang mit anderen Unternehmensbereichen. Mit der Logistik teilt sie sich die Verantwortung für Güter- und Informationsströme. Mit der Finanzbuchhaltung ist sie verbunden, weil Lagerbestände bewertet und in der Bilanz ausgewiesen werden. Das Controlling nutzt die Daten der Materialwirtschaft, um Kosten und Abweichungen bei der Fertigung zu ermitteln.