In Kürze
Der Mengentender ist ein geldpolitisches Zuteilungsverfahren der Europäischen Zentralbank. Er steuert Liquidität über einen festgesetzten Zinssatz.
Definition
Der Mengentender ist ein geldpolitisches Instrument der Zentralbank. Er bezeichnet ein Tenderverfahren, bei dem der Zinssatz vorab verbindlich festgelegt wird.
Teilnehmende Kreditinstitute geben Gebote ausschließlich über die gewünschte Geld- oder Wertpapiermenge ab. Die Zuteilung erfolgt proportional nach dem Verhältnis der einzelnen Gebote zum gesamten Nachfragevolumen.
Voraussetzung ist ein von der Zentralbank festgelegtes Gesamtvolumen innerhalb eines Offenmarktgeschäfts. Der Zinssatz bleibt für alle erfolgreichen Bieter einheitlich und unverändert.
Der Mengentender dient der gezielten Steuerung der im Bankensystem verfügbaren Zentralbankliquidität. Er wird regelmäßig im Rahmen von Wertpapierpensionsgeschäften angewendet.
Eine individuelle Zinsbildung durch die Bieter findet beim Mengentender nicht statt. Er begründet keinen Anspruch einzelner Institute auf vollständige Zuteilung der gewünschten Menge.
Abzugrenzen ist der Mengentender vom Zinstender, bei dem die Bieter den Zinssatz anbieten.
In der Praxis nutzt die Zentralbank den Mengentender zur klaren geldpolitischen Signalisierung über das Zinsniveau.