Opportunitätskosten

Opportunitätskosten bezeichnen den entgangenen Nutzen der besten nicht gewählten Handlungsalternative. Sie entstehen immer dann, wenn bei knappen Ressourcen eine verbindliche Entscheidung zwischen mindestens zwei realisierbaren Optionen getroffen wird.

In Kürze

Opportunitätskosten bezeichnen den entgangenen Nutzen der besten nicht gewählten Handlungsalternative. Sie entstehen immer dann, wenn bei knappen Ressourcen eine verbindliche Entscheidung zwischen mindestens zwei realisierbaren Optionen getroffen wird.

Definition

Opportunitätskosten sind kein Kostenbegriff im klassischen buchhalterischen Sinne — sie entstehen weder als reale Ausgabe noch als rechtlicher Zahlungsanspruch gegenüber Dritten. Stattdessen handelt es sich um ein betriebswirtschaftliches Konzept: Weil Geld oder andere Mittel immer nur einmal eingesetzt werden können, entsteht durch jede Entscheidung ein Verzicht auf den Nutzen aller anderen Möglichkeiten.

Ein einfaches Beispiel: Wer Geld in eine Immobilie investiert, kann es nicht gleichzeitig in Anleihen anlegen. Die dadurch entgangenen Zinsen sind die Opportunitätskosten dieser Entscheidung. Die gewählte Alternative sollte mindestens genauso viel einbringen wie die beste nicht gewählte Möglichkeit.

Voraussetzung für eine sinnvolle Berechnung ist die Vergleichbarkeit der Alternativen hinsichtlich Zielgröße, Zeitraum und Risikoprofil. Die Bewertung erfolgt hypothetisch anhand der erwarteten Differenz zwischen realisiertem Ergebnis und dem Ergebnis der besten Alternative.

Typische Anwendungsfälle in der Praxis sind:

  • Ermittlung des optimalen Produktionsprogramms — besonders bei Engpässen im Produktionsprozess
  • Entscheidung über Zusatzaufträge — Annahme oder Ablehnung unter Berücksichtigung entgangener Deckungsbeiträge
  • Investitionsrechnung — Vergleich mit dem Zinssatz einer alternativen Investition

Fachlich wird zwischen inputbezogenen Opportunitätskosten (Bezug auf eingesetzte Produktionsfaktoren wie Arbeitsstunden) und outputbezogenen Opportunitätskosten (Bezug auf das Ergebnis des Produktionsprozesses) unterschieden. Bei letzteren gibt es eine weitere Unterteilung: Alternativkosten messen die Differenz zur nächstbesten Alternative, Optimalkosten die Abweichung vom bestmöglichen Ergebnis.

In der Kostenrechnung fließen Opportunitätskosten als kalkulatorische Kosten — etwa kalkulatorische Zinsen oder kalkulatorische Miete — in die Kalkulation ein, werden aber nicht als buchhalterischer Aufwand ausgewiesen. Verwandte Begriffe sind Alternativkosten, Verzichtskosten und Schattenpreis.

Abzugrenzen sind Opportunitätskosten von expliziten Kosten, die durch reale Ausgaben oder Verpflichtungen entstehen. Der Begriff dient insgesamt der rationalen Allokation knapper Produktionsfaktoren unter Effizienzgesichtspunkten — sowohl in Unternehmen als auch in volkswirtschaftlichen Entscheidungsmodellen.

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