In Kürze
Ein Persönlichkeitstest ist ein psychologisches Verfahren, das Eigenschaften, Emotionen und Motivation einer Person erfassen soll. Im Arbeitsumfeld werden solche Tests häufig bei der Bewerberauswahl oder in der Führungskräfteentwicklung eingesetzt.
Definition
Im Unterschied zu Leistungstests, die kognitive Fähigkeiten messen, geht es bei Persönlichkeitstests um die Beschreibung und Vorhersage von Verhalten, Emotionen und Motivation. Typische Merkmale, die erfasst werden sollen, sind etwa emotionale Stabilität, Motivationslage oder Berufsneigung.
Die Zuverlässigkeit und Aussagekraft dieser Tests ist in der Fachwissenschaft vielfach umstritten. Ein empirischer Nachweis für ihre Vorhersagekraft fehlt bislang weitgehend. Deshalb sollten Testergebnisse bei Personalentscheidungen nur als ein Kriterium unter mehreren herangezogen werden – ergänzt durch objektive Faktoren wie schulische oder berufliche Leistungen und Fachwissen.
Wichtig für Arbeitnehmer: Wer an einem Persönlichkeitstest teilnehmen soll, muss vorher einwilligen. Diese Einwilligung kann schriftlich erfolgen oder durch widerspruchslose Teilnahme am Test.
Arten von Persönlichkeitstests
Grundsätzlich unterscheidet man zwei Formen:
- Psychometrische Tests: Meist Fragebögen, bei denen die Antworten der Testperson mit Durchschnittswerten einer Vergleichsgruppe verglichen werden.
- Projektive Tests: Die Testperson deutet Objekte oder produziert etwas (z. B. eine Zeichnung), das anschließend ausgewertet wird. Hierzu zählen auch Zeichentests und die grafologische Schriftanalyse.
Wissenschaftliche Gütekriterien
Für seriöse Persönlichkeitstests gelten vier anerkannte Gütekriterien:
- Validität: Misst der Test wirklich das, was er messen soll? Bei Eignungstests ist besonders wichtig, ob das Ergebnis den späteren Berufserfolg zuverlässig vorhersagt.
- Reliabilität: Liefert der Test bei wiederholter Durchführung stabile, gleichbleibende Ergebnisse?
- Objektivität: Das Ergebnis darf nicht davon abhängen, wer den Test leitet oder unter welchen äußeren Bedingungen er stattfindet. Standardisierte Durchführung und Auswertung sind dafür entscheidend.
- Normierung: Ein einzelnes Testergebnis ist erst dann aussagekräftig, wenn es mit Vergleichswerten einer Referenzgruppe eingeordnet werden kann.