Pufferzeiten

In Kürze

Pufferzeiten sind Zeitreserven in der Projektplanung, die verhindern, dass unvorhergesehene Verzögerungen das gesamte Projekt gefährden. Sie geben an, um wie viel Zeit ein einzelner Arbeitsschritt verschoben oder verlängert werden darf, ohne den Gesamtplan zu beeinträchtigen.

Definition

Eine Pufferzeit ist laut DIN 69900 die Zeitspanne, um die – unter bestimmten Bedingungen – die Lage eines Ereignisses oder Vorgangs verändert oder die Dauer eines Vorgangs verlängert werden kann. Pufferzeiten sind ein zentrales Werkzeug der Netzplantechnik.

In der Praxis entstehen bei Projekten fast immer Abweichungen vom ursprünglichen Plan. Pufferzeiten schaffen den nötigen Spielraum, damit solche Abweichungen nicht sofort das gesamte Projekt zum Scheitern bringen. Sie ermöglichen eine flexiblere Steuerung, weil einzelne Vorgänge zwischen ihrem frühesten und spätesten Termin verschoben werden können.

Ein Vorgang gilt als kritisch, wenn sein Gesamtpuffer gleich null ist – jede Verzögerung würde dann direkt das Projektende verschieben. Sind Pufferzeiten zu knapp bemessen, gerät die gesamte Planung in Gefahr; sind sie zu großzügig, wird das Projekt unwirtschaftlich.

Wichtig: Projektmitarbeiter sollten die konkreten Pufferzeiten nicht kennen, da sie diese sonst als zusätzliche Arbeitszeit nutzen würden. Pufferzeiten sind ausschließlich als Reserve für Unvorhergesehenes gedacht.

In der Netzplantechnik werden fünf Arten von Pufferzeiten unterschieden:

  • Gesamte Pufferzeit: Zeitdifferenz zwischen frühestem und spätestem Beginn eines Vorgangs; zeigt, wie viel Verzögerung möglich ist, ohne das Projektende zu verschieben.
  • Freie Pufferzeit: Zeitspanne, um die ein Vorgang verschoben werden kann, ohne den frühestmöglichen Beginn des nächsten Vorgangs zu verzögern.
  • Freier Rückwärtspuffer: Maximale Verschiebung eines Vorgangs ausgehend vom spätestmöglichen Anfangszeitpunkt, sofern alle vorherigen Vorgänge ebenfalls auf dem spätestmöglichen Termin liegen.
  • Bedingt verfügbare Pufferzeit: Zeitdifferenz, um die ein nachfolgender Vorgang nach hinten verschoben werden kann.
  • Unabhängige Pufferzeit: Maximale Verschiebung eines Vorgangs, wenn alle vorherigen Vorgänge zum spätestmöglichen Termin enden und alle nachfolgenden zum frühestmöglichen Termin beginnen.

Pufferzeiten sind nicht nur in der Fertigung relevant, sondern ebenso bei Projekten in Dienstleistungsunternehmen. Auf sie kann insbesondere dann nicht verzichtet werden, wenn Engpässe bei Ressourcen bestehen oder bestimmte Vorgänge nur zu fest vorgegebenen Terminen stattfinden können.