Steuerbilanz

In Kürze

Die Steuerbilanz ist eine auf Basis der Handelsbilanz erstellte Bilanz, die den steuerpflichtigen Gewinn eines Unternehmens ermittelt. Sie dient als Grundlage für die Besteuerung durch das Finanzamt.

Definition

Jedes Unternehmen, das seinen Gewinn durch Betriebsvermögensvergleich ermittelt, erstellt neben der Handelsbilanz auch eine Steuerbilanz. Während die Handelsbilanz den wirtschaftlichen Erfolg eines Unternehmens nach handelsrechtlichen Vorschriften (HGB) darstellt, dient die Steuerbilanz ausschließlich als Besteuerungsgrundlage.

Der zu versteuernde Gewinn ergibt sich aus dem Unterschied zwischen dem Betriebsvermögen am Ende und am Anfang des Wirtschaftsjahres — zuzüglich Entnahmen und abzüglich Einlagen.

Grundsätzlich gilt nach § 5 Abs. 1 EStG der sogenannte Maßgeblichkeitsgrundsatz: Die Ansätze der Handelsbilanz sind auch für die Steuerbilanz maßgebend. Handelsrechtliche Bilanzierungsgebote und -verbote gelten daher auch steuerlich.

Wo das Steuerrecht vom Handelsrecht abweicht, entstehen Unterschiede zwischen beiden Bilanzen. Wichtige Abweichungen betreffen vor allem:

  • Bewertungsvorschriften nach § 6 EStG — steuerrechtliche Bewertungsregeln gehen vor
  • Aktivierungswahlrechte — ein handelsrechtliches Wahlrecht wird in der Steuerbilanz zum Aktivierungsgebot
  • Passivierungswahlrechte — ein handelsrechtliches Wahlrecht wird in der Steuerbilanz zum Passivierungsverbot

Ziel der Steuerbilanz ist es, den vollen Gewinn steuerlich zu erfassen und eine einheitliche Besteuerungsgrundlage sicherzustellen.