In Kürze
Die Vergütungsstruktur legt fest, nach welchen Regeln und Kriterien Beschäftigte in einem Unternehmen bezahlt werden. Sie soll gerecht, nachvollziehbar und an die Arbeitsleistung angepasst sein.
Definition
Die Vergütungsstruktur ist das Gesamtgefüge aller Regelungen, nach denen ein Unternehmen seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter entlohnt. Sie ist ein zentraler Teil der Personalpolitik und beeinflusst unter anderem Personalplanung und Personalentwicklung.
Eine angemessene Vergütungsstruktur orientiert sich an der erbrachten Arbeitsleistung, an vergleichbaren Gehältern in anderen Unternehmen sowie an ethischen Grundsätzen. Wichtig ist, dass dieselben Maßstäbe für alle Beschäftigten gelten.
Grundlage ist in der Regel eine Stellenbeschreibung mit einer Bewertung der jeweiligen Tätigkeit. Anhand von Anforderungsmerkmalen wird eine Punktzahl ermittelt, die zur Eingruppierung in eine Entgeltgruppe führt.
Moderne Vergütungsstrukturen unterscheiden nicht mehr zwischen Arbeitern und Angestellten. Für Führungskräfte und außertariflich Beschäftigte gibt es häufig ein ergebnis- und leistungsorientiertes Vergütungssystem (ELV) mit drei Bestandteilen:
- Grundvergütung – fester, stabiler Gehaltsanteil, oft nach Vergütungsklassen und Berufsjahren gestaffelt
- Leistungsanteil – abhängig von der individuellen Leistung des Mitarbeiters
- Erfolgsanteil – abhängig vom wirtschaftlichen Ergebnis des Unternehmens
Im Vertrieb werden häufig Kombinationssysteme eingesetzt: Ein Festgehalt sichert das Existenzminimum, während Provisionen je nach Leistung hinzukommen können. Daneben gibt es Prämien als leistungsorientierte Zusatzvergütung, die an bestimmte Kriterien geknüpft sind.
Damit eine Vergütungsstruktur langfristig funktioniert, muss sie für alle Beschäftigten verständlich und schriftlich festgehalten sein. Sie sollte regelmäßig überprüft und bei Bedarf angepasst werden — ohne dabei ständig zu wechseln, da häufige Änderungen das Gerechtigkeitsempfinden der Belegschaft beeinträchtigen können.