In Kürze
Wissensmanagement fasst alle Aufgaben in einem Unternehmen zusammen, die darauf abzielen, mit dem vorhandenen Wissen der Mitarbeiter und der Organisation möglichst gut umzugehen. Wissen gilt dabei als wichtiger Produktionsfaktor — ähnlich wie Kapital oder Arbeit.
Definition
Unter Wissensmanagement (englisch: knowledge management) versteht man alle Maßnahmen, mit denen ein Unternehmen sein Wissen systematisch erfasst, nutzt und weiterentwickelt. Dazu gehört sowohl das Wissen der einzelnen Mitarbeiter als auch das Wissen der gesamten Organisation.
Ziel ist es, die sogenannte Wissensbasis des Unternehmens zu stärken — also alle Daten, Informationen, Kenntnisse und Fähigkeiten, die im Arbeitsalltag gebraucht werden. Dabei spielen nicht nur technische Systeme eine Rolle, sondern vor allem die Mitarbeiter selbst und die Art, wie das Unternehmen organisiert ist.
Wissen lässt sich in zwei grundlegende Arten einteilen:
- Explizites Wissen — auch kodifizierbares Wissen genannt. Es lässt sich beschreiben, aufschreiben und in Dokumenten festhalten, zum Beispiel wissenschaftliche Erkenntnisse oder Arbeitsanweisungen.
- Implizites Wissen — nicht formalisiertes Wissen, das in den Köpfen der Mitarbeiter steckt und sich oft nicht direkt erklären, sondern nur zeigen lässt, zum Beispiel handwerkliches Geschick oder langjährige Berufserfahrung.
Unternehmen versuchen, beide Wissensarten nutzbar zu machen — auch das implizite Wissen, das sonst beim Ausscheiden eines Mitarbeiters verloren gehen würde.
Rechtlich ist bislang nicht abschließend geklärt, inwieweit Unternehmen einen Anspruch auf das individuelle Wissen ihrer Mitarbeiter haben. Grundsätzlich gilt das Wissen eines Menschen als geistiges Privateigentum. Über den Arbeits- oder Dienstvertrag räumen Arbeitnehmer dem Arbeitgeber gegen Entgelt das Recht ein, ihre Arbeitskraft zu nutzen — ob das auch das gesamte Wissen einschließt, etwa Kenntnisse aus einer vom Arbeitgeber finanzierten Weiterbildung, ist rechtlich noch offen.