Zeitstudien

In Kürze

Eine Zeitstudie ist eine Methode, bei der tatsächliche Arbeitszeiten gemessen und ausgewertet werden, um daraus verbindliche Sollzeiten für Arbeitsvorgänge abzuleiten. Sie wird vor allem in der Produktion eingesetzt, um Herstellkosten, Produktionszeiten und Lieferzeiten zuverlässig planen zu können.

Definition

Bei einer Zeitstudie – auch Zeitaufnahme genannt – werden die Arbeitsabläufe von Beschäftigten und Betriebsmitteln zunächst in einzelne Schritte zerlegt. Anschließend werden die tatsächlich benötigten Zeiten (Ist-Zeiten) gemessen, dokumentiert und ausgewertet.

Aus diesen Messungen ergibt sich zunächst eine Grundzeit für einen Arbeitsablauf. Hinzu kommen Erholzeiten, Verteilzeiten und gegebenenfalls weitere Zeitzuschläge. Die Summe all dieser Zeiten ergibt die sogenannte Vorgabezeit je Produktionseinheit – also die Zeit, die ein Arbeitnehmer für eine bestimmte Aufgabe planmäßig benötigen soll.

Neben der klassischen Zeitaufnahme gibt es weitere Techniken zur Zeitermittlung:

  • Selbstaufschreibung
  • Befragung (Interview oder Fragebogen)
  • Systeme vorbestimmter Zeiten
  • Planzeiten
  • Vergleichen und Schätzen
  • Multimomentstudie

Da Mitarbeitende bei der Zeitstudie direkt beobachtet werden, ist die Einbindung des Betriebsrats wichtig. In Unternehmen mit Betriebsrat sollte vor der Einführung eine Betriebsvereinbarung geschlossen werden. Gibt es keinen Betriebsrat, sind die Beschäftigten vorab ausführlich zu informieren.

Zeitstudien lohnen sich vor allem dann, wenn Produktionsprozesse über einen längeren Zeitraum gleichbleiben und sich klar in einzelne Arbeitsschritte aufteilen lassen. Der Aufwand für die Durchführung ist vergleichsweise hoch.