In Kürze
Der demografische Wandel beschreibt, dass die Bevölkerung in Deutschland älter wird und weniger Kinder geboren werden. Für Betriebe bedeutet das: Fachkräfte werden knapper, und ältere Arbeitnehmer gewinnen an Bedeutung.
Definition
Hinter dem Begriff demografischer Wandel stecken drei eng zusammenhängende Entwicklungen: Die Menschen leben länger, es werden weniger Kinder geboren, und damit treten auch weniger junge Menschen ins Berufsleben ein.
Das hat direkte Folgen für den Arbeitsmarkt: Immer weniger Erwerbstätige müssen immer mehr ältere Menschen über Rentenversicherungsbeiträge und Steuern mitversorgen. Prognosen zeigen, dass der Anteil der über 65-Jährigen in Deutschland bis 2030 auf über 35 Prozent steigen wird — deutlich stärker als in den meisten anderen europäischen Ländern.
Trotz dieser Entwicklung verabschieden viele Unternehmen ältere Beschäftigte weiterhin frühzeitig in Vorruhestand oder Altersteilzeit. In manchen Betrieben wird niemand über 50 Jahren beschäftigt. Das führt bereits heute in einigen Branchen zu einem spürbaren Fachkräftemangel, weil ausscheidende ältere Mitarbeiter nicht mehr ausreichend durch Berufseinsteiger ersetzt werden können.
Für Betriebe — besonders kleine und mittlere Unternehmen — bedeutet das: Sie müssen sich frühzeitig auf den veränderten Arbeitsmarkt einstellen. Künftig werden qualifizierte Arbeitnehmer zunehmend selbst wählen können, wo sie arbeiten möchten.
Konkret empfiehlt sich ein Handeln an zwei Stellen:
- Nachwuchsgewinnung: Kooperationen mit Schulen, Praktika und gezielte Mitarbeiterempfehlungen helfen, junge Menschen frühzeitig anzusprechen.
- Ältere Mitarbeiter halten: Betriebliche Gesundheitsförderung, altersgerechte Arbeitsorganisation und die Anpassung körperlich belastender Tätigkeiten helfen dabei, Beschäftigte möglichst lange gesund und arbeitsfähig zu halten — idealerweise bis zum regulären Renteneintritt zwischen 65 und 67 Jahren.
Der Grundsatz dabei lautet: Vorsorgen ist besser als später reparieren. Maßnahmen sollten nicht erst bei älteren Mitarbeitern ansetzen, sondern bereits früh im Berufsleben beginnen.