In Kürze
Eine Aktie ist ein Anteil am Grundkapital einer Aktiengesellschaft (AG) oder Kommanditgesellschaft auf Aktien (KGaA). Wer Aktien besitzt, ist Miteigentümer des Unternehmens und hat bestimmte Rechte und Pflichten.
Definition
Die Aktie ist im Aktiengesetz (AktG) geregelt. Sie verbrieft den Anteil eines Aktionärs an einer Gesellschaft — ähnlich wie ein Geschäftsanteil bei einer GmbH. Früher wurde die Aktie als gedrucktes Wertpapier ausgegeben; heute erfolgt die Verbriefung überwiegend in elektronischer Form (Buchverbriefung).
Die erstmalige Ausgabe von Aktien heißt Emission. Werden später neue Aktien ausgegeben, spricht man von einer Kapitalerhöhung. Aktien sind grundsätzlich unteilbar (§ 8 Abs. 5 AktG).
Arten nach Wertermittlung:
- Nennwertaktien — tragen einen festen Nennbetrag (mindestens 1 Euro, § 8 Abs. 2 AktG); Ausgabe unter dem Nennwert ist verboten (§ 9 AktG).
- Stückaktien (Quotenaktien) — ohne festen Nennwert; jede Aktie entspricht einem prozentualen Anteil am Grundkapital (mindestens 1 Euro je Aktie, § 8 Abs. 3 AktG).
Neben dem Nennwert gibt es den Buchwert (tatsächliches Eigenkapital geteilt durch Aktienanzahl) und den Börsenwert (Börsenkurs multipliziert mit Aktienanzahl), der auch künftige Unternehmenserwartungen widerspiegelt.
Arten nach Stimmrecht:
- Stammaktien — gewähren ein Stimmrecht je Aktie.
- Vorzugsaktien — kein Stimmrecht, dafür in der Regel eine höhere Dividende.
Arten nach Übertragbarkeit:
- Inhaberaktien — lauten auf den jeweiligen Inhaber und sind frei übertragbar.
- Namensaktien — der Inhaber wird im Aktienbuch des Unternehmens eingetragen.
- Vinkulierte Namensaktien — Übertragung nur mit ausdrücklicher Zustimmung der Gesellschaft möglich.
Arten nach Ausgabezeitpunkt:
- Alte Aktien — bereits vor einer Kapitalerhöhung vorhanden.
- Junge Aktien — neu ausgegebene Aktien, z. B. im Rahmen einer Kapitalerhöhung.
Aktionäre werden am Unternehmensgewinn durch Dividenden beteiligt. Die Hauptversammlung beschließt die Höhe der Dividende auf Basis eines Vorschlags des Vorstands. Die tatsächliche Rendite ergibt sich aus Dividendenzahlungen und möglichen Kurssteigerungen.
Wirtschaftlich erfüllt die Aktie zwei Hauptfunktionen: Sie dient Unternehmen als Finanzierungsinstrument zur Eigenkapitalbeschaffung und Anlegern als Kapitalanlage — sei es zur Erzielung von Erträgen, zum Sachwerterhalt, zur Spekulation oder zur Einflussnahme auf die Unternehmenspolitik.