In Kürze
Arbeitsethik beschreibt die grundlegende Einstellung einer Gesellschaft oder Kultur zur Arbeit und deren Bedeutung. Sie umfasst Werte und Normen, die im Arbeitsleben als wichtig gelten.
Definition
Der Begriff Arbeitsethik stammt aus der Philosophie. Er bezeichnet die für eine bestimmte Gesellschaft oder Kultur typische Haltung gegenüber Arbeit — also die Frage, welchen Stellenwert Arbeit im Leben eines Menschen hat und welche Werte dabei eine Rolle spielen.
Historisch war die Arbeitsethik in Westeuropa stark durch religiöse Überzeugungen geprägt, insbesondere durch die katholische Soziallehre und die protestantisch-calvinistische Arbeitsethik. Arbeit galt dabei nicht als Last oder Strafe, sondern als sinnvolle Tätigkeit — der Erfolg bei der Arbeit wurde sogar als Zeichen göttlicher Auserwählung gedeutet.
Im Laufe der Zeit haben sich aus diesen Grundhaltungen konkrete Normen und Erwartungen entwickelt, die im Arbeitsverhältnis als erstrebenswert gelten:
- Ausdauer
- Fleiß
- Loyalität
- Strebsamkeit
- Verlässlichkeit
In den letzten Jahren hat ein gesellschaftlicher Wertewandel die Arbeitsethik stark beeinflusst. Der Fokus auf individuelle Selbstverwirklichung hat dazu geführt, dass gemeinsame arbeitsethische Grundsätze an Bedeutung verloren haben — was sich etwa in Vertrauensverlust oder mangelnder Verantwortungsbereitschaft zeigen kann.