In Kürze
Stress entsteht, wenn Leistungsdruck und Reize ein gesundes Maß übersteigen. Er kann kurzfristig nützlich sein, wird aber bei Dauerbelastung zum ernsthaften Gesundheitsrisiko.
Definition
Stress ist eine natürliche Reaktion des Körpers auf Reize – sogenannte Stressoren. Diese können positiver oder negativer Art sein und treten sowohl im Beruf als auch im Privatleben auf. Ohne ein gewisses Maß an Stress könnte der Mensch nicht funktionieren; schädlich wird Stress erst durch Übermaß oder zu viele gleichzeitige Belastungen.
Der Körper durchläuft bei anhaltendem Stress drei Phasen, die der Stressforscher Hans Selye beschrieben hat:
- Alarmreaktion: Der Körper schlägt Alarm – typische Symptome sind Müdigkeit, Muskelschmerzen oder Unwohlsein.
- Widerstand: Der Organismus passt sich an, die Symptome verschwinden vorübergehend durch die Ausschüttung stressabbauender Hormone.
- Erschöpfungsphase: Hält der Stress weiter an, kehren die Symptome verstärkt zurück. Der Körper kann sich nicht mehr selbst helfen – Krankheiten entstehen.
Man unterscheidet zwei Stressarten: Positiver Stress (Eustress) fördert Leistung und Wohlbefinden, wenn er wohldosiert ist. Negativer Stress (Distress) entsteht bei Überlastung und kann zu chronischen Erkrankungen führen, wenn er nicht rechtzeitig abgebaut wird.
Typische Stresssymptome sind Kopfschmerzen, Herzbeschwerden, Nervosität, Schweißausbrüche und Schlafstörungen. Diese Signale des vegetativen Nervensystems warnen vor einer Überforderung des Organismus und sollten ernst genommen werden.
Zur Stressbewältigung helfen vor allem Entspannung und Ausgleich – etwa durch ausreichend Schlaf, Sport oder ein warmes Bad. Bei starker Dauerbelastung können zusätzlich Entspannungstechniken wie autogenes Training, progressive Muskelentspannung oder Yoga eingesetzt werden. Hektik, unkontrolliertes Essen oder Trinken sowie der unkontrollierte Griff zu Medikamenten gelten dagegen als schädliche Bewältigungsstrategien.
Im Betrieb gehört der Schutz vor stressbedingten Gesundheitsgefahren zum Arbeits- und Gesundheitsschutz. Der Betriebsrat kann im Rahmen des betrieblichen Gesundheitsmanagements Kurse zur Stressbewältigung für alle Beschäftigten anregen.