Arbeitsplanung - Tagesstörkurve

In Kürze

Die Tagesstörkurve zeigt, zu welchen Tageszeiten Unterbrechungen besonders häufig oder selten auftreten. Wer sie kennt, kann wichtige Aufgaben gezielt in ruhige Phasen legen.

Definition

Im Arbeitsalltag entstehen durch Unterbrechungen erhebliche Zeitverluste. Nach jeder Störung braucht ein Mensch eine gewisse Zeit, um gedanklich wieder dort anzuknüpfen, wo er aufgehört hat. Dieser Zeitverlust kann bis zu 30 Prozent der Arbeitszeit ausmachen.

Die Tagesstörkurve entsteht, indem man über einen längeren Zeitraum festhält, wann im Tagesablauf Störungen besonders häufig auftreten. So lassen sich störungsarme Phasen von störungsintensiven Phasen unterscheiden.

Das Ziel ist, die eigene Arbeitsplanung an diese Kurve anzupassen: Wichtige Aufgaben (sogenannte A-Aufgaben) werden in ruhige Zeiten gelegt, Routineaufgaben (C-Aufgaben) in störungsreichere Phasen. Dafür reserviert man sich bewusst eine sogenannte „stille Stunde" als festen Termin im Zeitplaner.

Besonders für Betriebsratsmitglieder ist dieses Prinzip hilfreich, da sie häufig zwischen ihrer regulären Arbeit und Betriebsratstätigkeiten wechseln müssen. Nach § 39 BetrVG können Betriebsräte Sprechstunden einrichten, um spontane Anfragen von Kolleginnen und Kollegen zu bündeln und Unterbrechungen zu reduzieren.

Wichtig: Die Tagesstörkurve sollte auch mit dem persönlichen Biorhythmus und der eigenen Leistungskurve abgestimmt werden. Eine stille Stunde in einem persönlichen Leistungstief zu legen, wäre wenig sinnvoll.