Basel II

Basel II ist ein internationales Regelwerk für Banken, das vorschreibt, wie viel Eigenkapital ein Kreditinstitut je nach Risiko eines Kredits zurückhalten muss. Je schlechter das Rating eines Kreditnehmers, desto teurer wird der Kredit.

In Kürze

Basel II ist ein internationales Regelwerk für Banken, das vorschreibt, wie viel Eigenkapital ein Kreditinstitut je nach Risiko eines Kredits zurückhalten muss. Je schlechter das Rating eines Kreditnehmers, desto teurer wird der Kredit.

Definition

Basel II ist ein bankaufsichtsrechtlicher Begriff zur Regulierung von Eigenkapitalanforderungen international tätiger Kreditinstitute. Es handelt sich um eine internationale Rahmenvereinbarung, die vom Basler Ausschuss für Bankenaufsicht entwickelt wurde und die risikoorientierte Unterlegung bankgeschäftlicher Risiken mit Eigenmitteln vorschreibt.

Bereits 1988 legte der sogenannte Baseler Akkord (Basel I) fest, dass Banken mindestens 8 Prozent der risikogewichteten Kreditpositionen mit Eigenkapital absichern müssen. Basel II verfeinerte diese Regeln und berücksichtigt die tatsächlichen Risiken eines Kredits deutlich stärker.

In der Europäischen Union gilt Basel II seit dem 1. Januar 2007 auf Grundlage der EU-Richtlinie 2006/49/EG. In Deutschland wurden die Vorgaben im Kreditwesengesetz (KWG), in den Mindestanforderungen an das Risikomanagement (MaRisk) sowie in der Solvabilitätsverordnung (SolvV) umgesetzt. Basel II begründet keine unmittelbaren Individualansprüche von Kunden oder Unternehmen gegenüber Kreditinstituten.

Basel II besteht aus drei Bereichen:

  • Mindesteigenkapitalanforderungen: Banken müssen drei Risikoarten berücksichtigen — Kreditausfallrisiken (bewertet per Rating), Marktpreisrisiken (z. B. Wechselkursschwankungen) und operationelle Risiken (z. B. Systemausfälle oder menschliches Versagen).
  • Bankaufsichtlicher Überprüfungsprozess: Die Aufsichtsbehörden prüfen und überwachen, ob Banken ihre internen Risikomanagementsysteme ordnungsgemäß einsetzen.
  • Erweiterte Offenlegung: Banken müssen mehr Informationen über ihre Risiken veröffentlichen, etwa im Jahresabschluss, im Lagebericht oder in Quartalsberichten.

Für Unternehmen als Kreditnehmer hat Basel II direkte Folgen: Ein schlechtes Rating bedeutet, dass die Bank mehr Eigenkapital für diesen Kredit zurückhalten muss — und diese Mehrkosten über höhere Zinsen weitergibt. Umgekehrt profitieren Unternehmen mit gutem Rating von günstigeren Kreditkonditionen. In der Praxis beeinflusst das Regelwerk insbesondere Kreditvergabeentscheidungen, Risikobewertung und Eigenkapitalplanung von Banken.

Abzugrenzen ist Basel II von nachfolgenden Reformwerken, die unter dem Regelungsrahmen Basel III zusammengefasst werden.

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