Bilanzanalyse

In Kürze

Die Bilanzanalyse ist die systematische Auswertung des Jahresabschlusses eines Unternehmens. Sie dient dazu, die wirtschaftliche Lage und Entwicklung des Unternehmens zu beurteilen.

Definition

Allein aus der doppelten Buchführung lässt sich der Erfolg eines Unternehmens nicht vollständig erkennen. Die Bilanzanalyse — auch als Bilanzkritik, Bilanzprüfung oder Bilanzbeurteilung bezeichnet — zerlegt und gliedert den Jahresabschluss auf, um ein umfassendes Bild der Unternehmenslage zu gewinnen.

Gegenstand der Bilanzanalyse ist nicht nur die Bilanz selbst, sondern der gesamte Jahresabschluss. Dazu gehören die Bilanz, die Gewinn- und Verlustrechnung (G+V) und der Anhang — bei Kapitalgesellschaften zusätzlich der Lagebericht.

Man unterscheidet zwischen der internen und der externen Bilanzanalyse. Die interne Analyse kann auf deutlich mehr Unternehmensinformationen zurückgreifen. Die externe Analyse hingegen stützt sich ausschließlich auf öffentlich zugängliche Daten und bleibt daher auf Vergangenheitswerte beschränkt.

Eine Bilanzanalyse läuft typischerweise in vier Schritten ab:

  • Sichtung des Jahresabschlusses: Verschaffen eines ersten Überblicks über wesentliche Positionen wie Kapital, Vermögen, Umsatz und Gewinn.
  • Zeitvergleich: Gegenüberstellung der aktuellen Zahlen mit Vorjahresdaten, um Entwicklungen und Trends zu erkennen.
  • Umgliederungen: Aufbereitung der Bilanzpositionen nach Laufzeiten; häufig wird eine sogenannte Strukturbilanz erstellt, die Vermögens- und Kapitalstruktur sichtbar macht.
  • Kennzahlenbildung: Berechnung von Kennziffern aus den Bereichen Vermögens- und Kapitalstruktur, Rentabilität sowie Liquidität.

Dabei wird zwischen horizontalen Kennzahlen (Beziehung zwischen Vermögen und Kapital, z. B. Liquiditätsgrade) und vertikalen Kennzahlen (Einblick in Vermögens- und Kapitalstruktur, z. B. Eigenkapitalquote oder Verschuldungskoeffizient) unterschieden. Ein wichtiger Grundsatz ist dabei die sogenannte goldene Bilanzregel: Langfristiges Anlagevermögen sollte auch durch langfristig verfügbares Kapital finanziert sein.