In Kürze
Eignungsdiagnostik bezeichnet alle Verfahren, mit denen Kompetenzen und Verhaltenstendenzen von Personen im beruflichen Kontext gemessen werden. Ziel ist es, vorherzusagen, ob jemand eine bestimmte Tätigkeit erfolgreich ausüben kann.
Definition
Eignungsdiagnostik — auch Personaldiagnostik genannt — umfasst psychologische und arbeitsmedizinische Methoden zur Beurteilung von Bewerbern und Beschäftigten. Sie wird eingesetzt, um Personalentscheidungen auf eine möglichst objektive Grundlage zu stellen.
Typische Einsatzfelder sind die Personalauswahl, die Leistungsbeurteilung, die Personalentwicklung, die Laufbahnentwicklung, die Nachfolgeplanung sowie die Berufsberatung — etwa durch Arbeitsagenturen.
Zu den gebräuchlichen Verfahren gehören unter anderem:
- Assessment-Center
- Intelligenz- und Leistungstests
- Persönlichkeitstests
- Biographische Fragebögen
- Vorstellungsgespräche
- Graphologie (Schriftanalyse) — wissenschaftlich sehr umstritten
Damit ein Testverfahren als fachgerecht gilt, muss es drei Gütekriterien erfüllen: Objektivität (gleiche Ergebnisse unabhängig vom Anwender), Reliabilität (reproduzierbare Ergebnisse bei Wiederholung) und Validität (hinreichende Verlässlichkeit der Ergebnisse).
Wichtig für Arbeitnehmer: Vor der Teilnahme an einem Testverfahren muss grundsätzlich eine Einwilligung der getesteten Person vorliegen. Besonders bei Persönlichkeitstests kann die Grenze zur Verletzung der Privatsphäre schnell erreicht werden — das wirft ethische und rechtliche Fragen auf.
Eignungsdiagnostik hat auch Grenzen: Selbst professionell durchgeführte Tests können zu Fehlentscheidungen führen — geeignete Bewerber können abgelehnt, ungeeignete eingestellt werden. Die Methode sollte daher stets kritisch und nur durch fachlich ausgebildete Personen angewendet werden.