In Kürze
Die Fertigungstiefe gibt an, wie viele Produktionsschritte ein Unternehmen selbst durchführt – im Vergleich zu dem, was es von Zulieferern zukauft. Je höher die Fertigungstiefe, desto mehr stellt das Unternehmen eigenständig her.
Definition
Die Fertigungstiefe (auch Wertschöpfungstiefe) beschreibt den Anteil der Eigenfertigung an der gesamten Herstellung eines Produkts. Sie zeigt, wie viele Schritte der Produktion das Unternehmen selbst übernimmt und wie viele davon durch externe Zulieferer erbracht werden.
Eine Fertigungstiefe von 0 % bedeutet, dass das Unternehmen gar nichts selbst produziert und sich ausschließlich auf den Handel beschränkt. Eine Fertigungstiefe von 100 % bedeutet, dass das Unternehmen die gesamte Wertschöpfungskette – vom Rohstoff bis zum fertigen Produkt – vollständig in eigener Hand hält.
Eng damit verbunden ist der Begriff der vertikalen Integration: Übernimmt ein Unternehmen vor- oder nachgelagerte Produktionsstufen (z. B. einen Rohstofflieferanten oder einen Weiterverarbeiter), steigt sein vertikaler Integrationsgrad und damit auch seine Fertigungstiefe.
Unternehmen treffen regelmäßig sogenannte Make-or-Buy-Entscheidungen: Sie prüfen, ob es sinnvoller ist, bestimmte Leistungen selbst zu erbringen (Make) oder von außen einzukaufen (Buy). Das Ergebnis kann die Fertigungstiefe entweder erhöhen oder verringern.
Eine Verringerung der Fertigungstiefe durch Outsourcing kann sinnvoll sein, wenn andere Unternehmen bestimmte Tätigkeiten dauerhaft günstiger und besser ausführen können. So kann sich das Unternehmen auf seine Kernkompetenzen konzentrieren – also auf jene Tätigkeiten, die es besonders gut beherrscht und die einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil darstellen. Diese Kernkompetenzen sollten niemals ausgelagert werden.
Eine Erhöhung der Fertigungstiefe – also die Rückholung bisher ausgelagerter Tätigkeiten (Insourcing) – kann dagegen sinnvoll sein, wenn dadurch Qualität, Lieferzuverlässigkeit oder Kosteneffizienz verbessert werden. Beide Entscheidungen haben unmittelbare Auswirkungen auf Arbeitsplätze im Unternehmen.