Führen nach dem Regelkreismodell

In Kürze

Das Regelkreismodell ist ein Führungsansatz, bei dem Ziele gesetzt, Ergebnisse kontrolliert und bei Abweichungen Korrekturen vorgenommen werden. Es überträgt Prinzipien der Steuerungslehre (Kybernetik) auf die Mitarbeiterführung.

Definition

Das Regelkreismodell stammt aus der Kybernetik — einer Wissenschaft, die sich mit Steuerung, Regelung und Informationsaustausch beschäftigt. Übertragen auf die Führung bedeutet das: Eine Führungskraft (der sogenannte Regler) steuert die Mitarbeitenden (das sogenannte Regelobjekt) durch gezielte Maßnahmen.

Dabei gibt es zwei zentrale Größen: Die Sollgröße beschreibt das angestrebte Ziel. Die Istgröße zeigt den aktuellen Stand. Die Führungskraft vergleicht beide Werte und leitet bei Abweichungen Korrekturen ein — das nennt man Rückkopplung.

Der Führungskreislauf läuft in folgenden Schritten ab:

  • Zielsetzung — was soll erreicht werden?
  • Planung — wie wird vorgegangen?
  • Entscheidung — welche Maßnahmen werden gewählt?
  • Ausführung — die Umsetzung durch die Mitarbeitenden
  • Kontrolle — Vergleich von Ist- und Sollwerten mit anschließender Rückkopplung

In größeren Organisationen sind viele solcher Regelkreise miteinander verknüpft. Diese Vernetzung nennt man Vermaschung. Jede Führungsebene ist dabei gleichzeitig Regler (gegenüber den eigenen Mitarbeitenden) und Regelobjekt (gegenüber der nächsthöheren Ebene).

Wichtige Voraussetzungen für dieses Modell sind klare Aufgabenverteilung, ausreichende Entscheidungsspielräume und eine gute Kooperationsfähigkeit auf allen Ebenen. Ein wesentlicher Vorteil ist die Einbeziehung aller Führungsfunktionen und die Anpassungsfähigkeit an Veränderungen.

Ein kritischer Schwachpunkt ist die Information und Kommunikation: Fehlerhafte oder verzögerte Informationen können sich von Regelkreis zu Regelkreis fortpflanzen und verstärken. Deshalb ist eine schnelle und zuverlässige Weitergabe von Informationen besonders wichtig.