Gemeinschaftskontenrahmen

In Kürze

Der Gemeinschaftskontenrahmen (GKR) ist ein standardisiertes Ordnungssystem für die Buchführung in Unternehmen. Er teilt alle Konten in zehn Klassen ein und folgt dabei dem Ablauf der betrieblichen Leistungserstellung.

Definition

Der Gemeinschaftskontenrahmen (GKR) wurde 1951 veröffentlicht und dient als einheitliche Grundlage für die Buchführung in Industrie-, Groß- und Einzelhandelsunternehmen. Er ist nach dem dekadischen System aufgebaut: Es gibt 10 Kontenklassen, jede davon lässt sich in bis zu 10 Kontengruppen und diese wiederum in bis zu 10 Kontenuntergruppen unterteilen.

Die Reihenfolge der Kontenklassen folgt dem sogenannten Prozessgliederungsprinzip — das heißt, die Konten spiegeln den Weg der Werte durch das Unternehmen wider, von der Vorbereitung der Produktion bis zum Abschluss:

  • Klasse 0: Anlagevermögen und langfristiges Kapital
  • Klasse 1: Finanz- und Umlaufvermögen, kurzfristige Verbindlichkeiten
  • Klasse 2: Neutrale Aufwendungen und Erträge
  • Klasse 3: Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe (Bestände)
  • Klasse 4: Kostenarten
  • Klasse 5: Kostenstellen
  • Klasse 6: Herstellkosten der Halb- und Fertigfabrikate
  • Klasse 7: Bestände an halbfertigen und fertigen Erzeugnissen
  • Klasse 8: Betriebserträge
  • Klasse 9: Abschlusskonten

Die Klassen 0 bis 3 sowie 8 und 9 gelten einheitlich für alle Unternehmenstypen. Die Klassen 4 bis 7 sind je nach Branche — Industrie, Großhandel oder Einzelhandel — unterschiedlich gegliedert, um den jeweiligen Besonderheiten gerecht zu werden.

Ein bekannter Nachteil des GKR ist, dass Finanzbuchhaltung und Kostenrechnung nicht klar voneinander getrennt sind. Das ist vor allem für Industrieunternehmen ungünstig. Zudem müssen Kapitalgesellschaften aufgrund gesetzlicher Gliederungsvorschriften teilweise Umgruppierungen vornehmen. Viele Industrieunternehmen verwenden deshalb stattdessen den Industriekontenrahmen (IKR).