In Kürze
Der Gesundheitsfonds ist die zentrale Einnahmeverwaltung der gesetzlichen Krankenversicherung. Er sammelt Beiträge von Arbeitnehmern, Arbeitgebern und dem Staat und verteilt das Geld nach festen Kriterien an die Krankenkassen.
Definition
Der Gesundheitsfonds bezeichnet eine zentrale Finanzierungseinrichtung der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) auf Bundesebene. Er wurde zum 1. Januar 2009 eingeführt und ist im Fünften Buch Sozialgesetzbuch (SGB V) geregelt, insbesondere in §§ 271 ff. SGB V.
Seitdem legt der Gesetzgeber den Beitragssatz zur GKV einheitlich fest — nicht mehr jede Krankenkasse für sich. Seit 2015 beträgt der gesetzliche Beitragssatz 14,6 %, der sich Arbeitnehmer und Arbeitgeber je zur Hälfte teilen. Reichen die Einnahmen einer Krankenkasse nicht aus, darf sie einen Zusatzbeitrag erheben. Seit 2019 gilt die paritätische Beitragszahlung auch für diesen Zusatzbeitrag — Arbeitnehmer und Arbeitgeber tragen ihn je zur Hälfte. Zum 1. Januar 2025 wurde der durchschnittliche Zusatzbeitrag auf 2,5 % angehoben. Erhöht eine Kasse ihren Zusatzbeitrag, haben Mitglieder ein außerordentliches Kündigungsrecht (§ 242 SGB V).
Die Einnahmen des Fonds werden nicht gleichmäßig verteilt. Jede Krankenkasse erhält je Versicherten einen Grundbetrag, der durch Zu- und Abschläge angepasst wird. Dabei spielen Alter, Geschlecht und Erkrankungen der Versicherten eine Rolle. Dieses Verfahren heißt morbiditätsorientierter Risikostrukturausgleich (RSA) und berücksichtigt 80 besonders schwere und kostenintensive Krankheiten (§§ 266 ff. SGB V).
Verwaltet wird der Gesundheitsfonds vom Bundesamt für Soziale Sicherung (BAS). Der Beitragseinzug selbst liegt weiterhin bei den einzelnen Krankenkassen, die die Beiträge taggleich an den Fonds abführen müssen.
Wichtige Abgrenzungen und Hinweise:
- Der Gesundheitsfonds begründet keinen individuellen Leistungsanspruch einzelner Versicherter gegenüber dem Staat.
- Er gilt ausschließlich für die gesetzliche Krankenversicherung — private Krankenversicherungen sind nicht einbezogen.
- In der Praxis beeinflusst der Fonds Beitragshöhen, Zusatzbeiträge und den finanziellen Ausgleich zwischen den Krankenkassen.