In Kürze
Die Mitgliederzahlen im Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) sind seit den 1990er Jahren stark gesunken. Von knapp 10 Millionen Mitgliedern im Jahr 1994 blieben bis Ende 2022 nur noch rund 5,6 Millionen übrig.
Definition
Nach der Gründung der Bundesrepublik wuchsen die Gewerkschaften des DGB jahrzehntelang kontinuierlich. Erst in den 1980er Jahren stagnierte die Mitgliederzahl spürbar.
Die deutsche Wiedervereinigung brachte zunächst einen starken Zuwachs: Die DGB-Mitgliedschaft stieg kurzzeitig auf über 12 Millionen. Danach setzte jedoch ein massiver Rückgang ein — vor allem durch Verluste in den ostdeutschen Bundesländern und einen anhaltenden Schwund im Westen.
Im Jahr 2022 zählte der DGB noch rund 5,6 Millionen Mitglieder — das sind mehr als ein Drittel weniger als 1994, als noch knapp 9,8 Millionen Arbeitnehmer organisiert waren.
Als Ursachen nennen Experten mehrere Faktoren:
- Prekäre Arbeitsverhältnisse — Teilzeit, Befristung und Minijobs erschweren den Gewerkschaftsbeitritt
- Demografischer Wandel — viele Mitglieder sind älter, jüngere Beschäftigte treten seltener bei
- Zunehmende Unzufriedenheit — ein Teil der Beschäftigten sieht die Gewerkschaften kritisch und verzichtet auf eine Mitgliedschaft