In Kürze
Beim gleitenden Ruhestand reduzieren ältere Arbeitnehmer ihre Arbeitszeit schrittweise, anstatt abrupt aus dem Berufsleben auszuscheiden. Das Modell gehört zur Arbeitszeitflexibilisierung und soll den Übergang in den Ruhestand sanft gestalten.
Definition
Der gleitende Ruhestand beschreibt Arbeitszeitmodelle, bei denen Beschäftigte – meist ab einem bestimmten Alter – ihre tägliche, wöchentliche oder monatliche Arbeitszeit nach und nach verringern. Ziel ist ein fließender Übergang statt eines plötzlichen Endes der Erwerbstätigkeit.
In der Praxis wird darunter häufig eine vorzeitige, schrittweise Pensionierung verstanden. Denkbar wäre aber auch, Mitarbeitern zu ermöglichen, über das 65. Lebensjahr hinaus mit reduzierter Stundenzahl weiter zu arbeiten.
Bekannte Beispiele für konkrete Umsetzungen zeigen, wie solche Modelle aussehen können:
- Modell A: Ab 60 Jahren freiwillige Arbeitszeitreduzierung um zwei Stunden täglich, einen Tag pro Woche oder eine Woche pro Monat.
- Modell B: Ab 60 Jahren 35 Stunden Arbeit pro Woche bei Vergütung für 37,5 Stunden; ab 63 Jahren 30 Stunden bei Vergütung für 35 Stunden; ab 65 Jahren Möglichkeit zum Renteneintritt mit optionalem Minijob-Arbeitsvertrag.
Für Arbeitnehmer hat der gleitende Ruhestand einen wichtigen Vorteil: Der schrittweise Abschied vom Berufsleben kann einen sogenannten Pensionsschock verhindern – also die psychische Belastung, die ein abrupter Wegfall der Arbeit auslösen kann. Die gewonnene Freizeit lässt sich so besser planen und in den Alltag integrieren.