In Kürze
Eine Holding ist eine Organisationsform, bei der eine Muttergesellschaft Beteiligungen an einem oder mehreren rechtlich selbstständigen Tochterunternehmen hält. Sie ist keine eigene Rechtsform und gesetzlich nicht exakt definiert.
Definition
Das Wort „Holding" stammt vom englischen „to hold" (halten) und beschreibt eine Unternehmensstruktur mit mindestens zwei Ebenen: der Muttergesellschaft (der eigentlichen Holding-Gesellschaft) und mindestens einem Tochterunternehmen, an dem die Muttergesellschaft eine Kapitalbeteiligung hält. Die Tochterunternehmen sind rechtlich und organisatorisch selbstständig.
Hält die Holding die Mehrheit an den verbundenen Unternehmen oder besteht ein Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag, spricht man von einem Konzern. Die eigentliche Leistungserstellung — also Produkte oder Dienstleistungen — findet in den Tochterunternehmen statt.
Es gibt drei wesentliche Formen der Holding:
- Operative Holding: Die Muttergesellschaft ist selbst am Markt tätig. Die Tochterunternehmen ergänzen oder unterstützen ihre Aktivitäten und sind von ihr strategisch, strukturell und personell abhängig.
- Management-Holding: Die Muttergesellschaft hat kein eigenes operatives Geschäft, sondern führt die verbundenen Unternehmen strategisch und koordiniert sie. Die Tochterunternehmen behalten dabei weitgehende Eigenständigkeit.
- Finanzholding: Die Muttergesellschaft verwaltet ausschließlich das Vermögen der verbundenen Unternehmen. Sie übt keinen direkten operativen oder strategischen Einfluss aus — ihr Ziel ist die Ertrags- und Vermögensoptimierung.
Eine Holding-Organisation bietet unter anderem folgende Vorteile:
- Nutzung nationaler und internationaler Steuervorteile
- Vereinfachte Übernahme anderer Unternehmen
- Erweiterte Möglichkeiten zur Unternehmensbeteiligung
Typische Nachteile sind:
- Schwierigkeiten bei der Integration neuer Unternehmen
- Steuerungsprobleme bei vielen Tochterunternehmen
- Koordinationsaufwand und zusätzliche Verwaltungskosten