Kapital

In Kürze

Kapital bezeichnet alle finanziellen Mittel und Vermögenswerte, die einem Unternehmen zur Verfügung stehen. Je nach Blickwinkel unterscheidet man zwischen volkswirtschaftlichem und betriebswirtschaftlichem Kapitalbegriff.

Definition

In der Volkswirtschaft gilt Kapital als einer der drei klassischen Produktionsfaktoren — neben Arbeit und Boden. Es entsteht erst durch den Einsatz der anderen beiden Faktoren und steht nicht von Natur aus zur Verfügung. Den gesamten Bestand an Kapitalgütern einer Volkswirtschaft nennt man Kapitalstock; jede Veränderung daran ist eine Investition.

In der Betriebswirtschaft meint Kapital alle finanziellen Mittel, die einem Unternehmen bereitgestellt werden — entweder durch Eigenfinanzierung (z. B. Einlagen der Eigentümer) oder durch Fremdfinanzierung (z. B. Darlehen oder Kredite). Kapital lässt sich in drei Formen unterteilen:

  • Geldkapital — Bargeld oder Buchgeld
  • Sachkapital — z. B. Maschinen oder Gebäude
  • Anrechte auf Kapital — z. B. Forderungen, Aktien oder Kredite

Neben der Außenfinanzierung kann ein Unternehmen Kapital auch intern erwirtschaften (Innenfinanzierung), etwa durch einbehaltene Gewinne oder Rückstellungen. Diese Mittel verursachen keine direkten Zahlungsausgaben.

In der Bilanz zeigt die Passivseite, woher das Kapital stammt: Sie unterscheidet zwischen Eigenkapital (Mittel der Eigentümer) und Fremdkapital (Schulden gegenüber Dritten). Die Aktivseite zeigt dagegen, wofür das Kapital eingesetzt wird.

Unter Kapitalbindung versteht man die Umwandlung frei verfügbarer Mittel in Güter oder Dienstleistungen für den Betrieb. Das Gegenteil ist die Kapitalfreisetzung: Wenn Güter verkauft oder Maschinen abgeschrieben werden, fließt das gebundene Kapital als Erlös wieder zurück in liquide Mittel.