In Kürze
Beim Krankenstand-Controlling geht es darum, auffällige Fehlzeiten im Betrieb zu analysieren und zu verstehen, welche Ursachen dahinterstecken. Dabei wird insbesondere zwischen echten gesundheitlichen Problemen und sogenanntem Absentismus unterschieden.
Definition
Krankenstand-Controlling bezeichnet die systematische Auswertung und Interpretation von Krankheitsdaten im Unternehmen. Ziel ist es, Auffälligkeiten zu erkennen und geeignete Maßnahmen einzuleiten.
Ein zentraler Schritt ist die Unterscheidung zwischen echten Erkrankungen und Absentismus. Absentismus meint das Fernbleiben von der Arbeit aus Motivationsmangel oder zur Leistungsverweigerung — also nicht wegen einer tatsächlichen Krankheit. Diese Unterscheidung erfordert viel Fingerspitzengefühl und ist nicht immer eindeutig möglich.
Typische Hinweise auf Absentismus können sein:
- Häufige Kurzerkrankungen einzelner Mitarbeiter, oft ohne Attest
- Strategisch gewählte Fehltage — zum Beispiel direkt vor oder nach dem Urlaub, an Brückentagen oder bei besonders belastenden Arbeitstagen
- Krankmeldung nach Konflikten im Betrieb, etwa nach einem Streit mit Vorgesetzten oder Kollegen
- Diffuse Diagnosen im Attest, die schwer körperlich nachweisbar sind (z. B. Rückenschmerzen, Müdigkeit, Unwohlsein)
- Auffälligkeiten beim Attest, wie handschriftliche Korrekturen oder eine ungewöhnliche Arztwahl
Liegen solche Hinweise vor, sind andere Maßnahmen zur Reduzierung der Fehlzeiten nötig als bei nachgewiesenen gesundheitlichen Erkrankungen. Eine pauschale Lösung gibt es nicht — jeder Fall muss individuell bewertet werden.