Krankenstand-Controlling - Datenerhebung und -analyse

In Kürze

Krankenstand-Controlling bezeichnet die systematische Erhebung und Auswertung von Fehlzeiten im Betrieb. Ziel ist es, Auffälligkeiten frühzeitig zu erkennen und gezielt gegenzusteuern.

Definition

Beim Krankenstand-Controlling wertet ein Arbeitgeber regelmäßig die Krankheitsdaten seiner Belegschaft aus — auf Basis der Personal- und Lohndaten. Empfohlen wird ein Turnus von etwa 12 bis 24 Monaten. Je größer der Betrieb, desto schwieriger lassen sich Auffälligkeiten ohne eine solche Datenbasis erkennen.

Die Analyse verfolgt vier zentrale Fragen:

  • Vergleich mit dem Bundesdurchschnitt: Als grober Richtwert gilt: Übersteigt der Anteil bezahlter Krankheitszeit an der gesamten Arbeitszeit etwa 3,5 Prozent deutlich, besteht Handlungsbedarf.
  • Vergleich mit dem Branchendurchschnitt: Krankenstände unterscheiden sich je nach Branche erheblich. Branchen mit geringer Qualifikation, geringer sozialer Anerkennung oder hoher körperlicher Belastung weisen tendenziell höhere Werte auf.
  • Zeitliche Entwicklung: Ein plötzlicher Anstieg oder ein kontinuierlicher Aufwärtstrend kann auf ein konkretes Ereignis hinweisen — etwa einen Führungswechsel, ein neues Entlohnungssystem oder betriebliche Umstrukturierungen.
  • Art der Erkrankungen: Laut Krankenkassen führen Muskel- und Skeletterkrankungen die Statistik an (rund 25 % aller Krankentage), gefolgt von Atemwegserkrankungen und Verletzungen. Psychische Erkrankungen nehmen zu und machen bereits rund 10 % der Fehltage aus — ein Hinweis auf Stress, Über- oder Unterforderung, Führungsprobleme oder Mobbing.

Ergänzend wird untersucht, wie sich Krankheitstage auf einzelne Mitarbeiter oder Abteilungen verteilen. Laut Krankenkassen meldet sich knapp die Hälfte aller Arbeitnehmer im Jahr gar nicht krank. Auffällig viele kurze Fehlzeiten ohne ärztliches Attest können auf Motivationsprobleme hindeuten — Fachleute sprechen dann von Absentismus.