In Kürze
Der Leistungsgrad ist ein prozentualer Wert, der beschreibt, wie die tatsächliche Arbeitsleistung einer Person im Vergleich zu einer festgelegten Normalleistung einzuordnen ist. Er dient als Grundlage für Vorgabezeiten und leistungsbezogene Vergütung.
Definition
Führen mehrere Menschen dieselbe Tätigkeit aus, erledigen sie diese unterschiedlich schnell. Gründe dafür sind zum Beispiel Ausbildung, Erfahrung, Fähigkeiten oder Motivation. Eine reine Zeitmessung berücksichtigt diese Unterschiede nicht — genau hier setzt der Leistungsgrad an.
Der Leistungsgrad ist ein durch Beobachtung ermittelter prozentualer Auf- oder Abschlag auf eine sogenannte Normalleistung (100 %). Diese Normalleistung beschreibt das Arbeitstempo, das ein durchschnittlich geeigneter und eingearbeiteter Arbeitnehmer dauerhaft erbringen kann. Sie dient als Vorgabezeit für andere Arbeitnehmer oder als Grundlage für die Vergütungsberechnung.
Die Berechnung erfolgt nach folgender Formel: Leistungsgrad (%) = Ist-Leistung ÷ Normalleistung × 100. Beträgt die Ist-Leistung beispielsweise 83 und die Normalleistung 75, ergibt sich ein Leistungsgrad von rund 111 %.
In der Praxis liegt die übliche Spanne zwischen 80 und 120 %, eingeteilt in Fünfer-Schritte. Werte außerhalb dieses Bereichs sollten nur von sehr erfahrenen Fachkräften beurteilt werden.
Der Leistungsgrad ist nicht direkt messbar — er wird durch einen geschulten Beobachter eingeschätzt. Das birgt Fehlerquellen: Der Arbeitnehmer kann sein Tempo verändern, weil er sich beobachtet fühlt; der Beobachter kann abgelenkt sein oder Faktoren falsch einschätzen. Um Fehler zu minimieren, sollten mindestens zwei unabhängige Beobachter eingesetzt und Beurteilungen möglichst häufig während einer Zeitstudie vorgenommen werden.