In Kürze
Die Mindestreservepolitik steuert die Liquidität von Kreditinstituten über verpflichtende Guthaben bei der Zentralbank. Sie beeinflusst die Kreditvergabe und Geldmenge im Wirtschaftskreislauf.
Definition
Die Mindestreservepolitik ist ein geldpolitisches Instrument. Sie bezeichnet die Festlegung verpflichtender Mindestguthaben von Kreditinstituten bei der Zentralbank.
Banken sind verpflichtet, einen bestimmten Prozentsatz ihrer kundenseitigen Einlagen als Reserve zu halten. Die Mindestreservepolitik liegt vor, wenn Mindestreservesätze einheitlich und verbindlich festgesetzt sind.
Maßgeblich sind Art, Höhe und Fristigkeit der Einlagen im bilanziellen Bestand der Institute. Durch Anpassung der Sätze beeinflusst die Zentralbank die verfügbare Liquidität im Bankensystem.
Rechtsgrundlage bilden die satzungsrechtlichen Befugnisse der jeweiligen Zentralbank, insbesondere im Eurosystem.
Die Mindestreservepolitik begründet keinen Anspruch einzelner Marktteilnehmer auf bestimmte Kreditkonditionen.
Abzugrenzen ist sie von der Leitzinspolitik, die unmittelbar den Preis des Zentralbankgeldes steuert.
In der Praxis dient die Mindestreservepolitik der Stabilisierung des Geldwerts und der Steuerung der Geldschöpfung.