In Kürze
Ein Fehlzeitengespräch ist ein Gespräch zwischen Vorgesetztem und Mitarbeiter, wenn dieser häufig oder lange fehlt. Ziel ist es, die Ursachen zu verstehen und gemeinsam Lösungen zu finden — bevor es zu arbeitsrechtlichen Konsequenzen kommt.
Definition
Wenn ein Mitarbeiter auffällig viele Fehlzeiten hat, führt der direkte Vorgesetzte mit ihm ein Fehlzeitengespräch. Dieses Gespräch dient nicht der Bestrafung, sondern der offenen Klärung: Was steckt hinter den Fehlzeiten?
Mögliche Ursachen können Demotivation, Frustration, Mobbing oder eine innere Kündigung sein. Ein erheblicher Teil der Fehlzeiten gilt als demotivationsbedingt. Das Gespräch gibt dem Arbeitnehmer die Chance, seine Situation zu schildern und Verbesserungsvorschläge einzubringen.
Der Vorgesetzte kommt damit gleichzeitig seiner Fürsorgepflicht nach: Er zeigt dem Mitarbeiter, dass er als Person geschätzt und als Arbeitskraft gebraucht wird.
Für ein gutes Fehlzeitengespräch gelten folgende Grundsätze:
- Zeitnah: Das Gespräch sollte kurz nach der Rückkehr des Mitarbeiters stattfinden.
- Angekündigt: Der Mitarbeiter wird vorher informiert.
- Ursachenforschung: Gründe für die Fehlzeiten werden offen besprochen.
- Gemeinsame Lösungen: Beide Seiten erarbeiten, was sich ändern kann.
- Positiver Abschluss: Der Mitarbeiter soll motiviert aus dem Gespräch gehen, nicht zurechtgewiesen.
Hält der Mitarbeiter vereinbarte Änderungen nicht ein und häufen sich die Fehlzeiten weiter, kann der Arbeitgeber auch auf arbeitsrechtliche Konsequenzen hinweisen — zum Beispiel die Pflicht, bereits ab dem ersten Fehltag eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung vorzulegen, oder im Wiederholungsfall eine Abmahnung.
Wichtig: Bei einem längeren krankheitsbedingten Ausfall empfiehlt sich statt eines Fehlzeitengesprächs ein gesondertes Rückkehrgespräch.