Mitarbeitergespräche - Kritikgespräch

In Kürze

Ein Kritikgespräch ist ein Gespräch zwischen Vorgesetztem und Mitarbeiter, das geführt wird, wenn Leistung oder Verhalten des Mitarbeiters Probleme verursacht. Ziel ist es, gemeinsam eine Lösung zu finden und das Verhalten zu verbessern.

Definition

Ein Kritikgespräch — manchmal auch Korrekturgespräch genannt — findet statt, wenn ein Vorgesetzter feststellt, dass ein Mitarbeiter in seiner Leistung nachlässt, die Motivation fehlt oder sein Verhalten das Arbeitsklima, die Arbeitssicherheit oder die Leistung anderer beeinträchtigt.

Wichtig ist, dass der Vorgesetzte das Gespräch zeitnah führt, sobald er ein Problem bemerkt. Kritik sollte nicht aufgestaut werden. Gleichzeitig sollte nicht jede Kleinigkeit zum Anlass für ein förmliches Gespräch gemacht werden — manchmal reicht ein kurzer Hinweis.

Grundvoraussetzung ist, dass der Anlass der Kritik klar und nachweisbar ist. Gerüchte oder ungeprüfte Aussagen Dritter dürfen keine Grundlage für das Gespräch sein.

Das Gespräch selbst sollte in einer ruhigen, sachlichen Atmosphäre stattfinden — unter vier Augen, ohne Unterbrechungen und ohne emotionale Vorwürfe. Der Mitarbeiter muss die Möglichkeit erhalten, seinen Standpunkt darzustellen.

Ein gutes Kritikgespräch enthält nicht nur Kritik, sondern auch konstruktive Elemente: Was soll der Mitarbeiter konkret ändern? Welche Ziele werden vereinbart? Diese Vereinbarungen sollten schriftlich festgehalten werden.

Am Ende des Gesprächs sollte das Vertrauensverhältnis zwischen Vorgesetztem und Mitarbeiter wiederhergestellt sein. Schikanen oder Ignorieren nach dem Gespräch wären ein schwerer Führungsfehler.

Typische Fehler, die vermieden werden sollten, sind unter anderem:

  • Fehlende Vorbereitung auf das Gespräch
  • Kritik vor anderen Mitarbeitern
  • Emotionale statt sachlicher Argumentation
  • Kein Raum für die Sichtweise des Mitarbeiters
  • Keine konkreten Ziele oder schriftlichen Vereinbarungen
  • Kein Folgetermin zur Kontrolle vereinbart