Preispolitik

In Kürze

Die Preispolitik beschreibt alle Entscheidungen eines Unternehmens rund um die Festlegung und Anpassung von Preisen. Sie ist ein zentrales Werkzeug, um Käufer anzusprechen und Marktanteile zu gewinnen.

Definition

Die Preispolitik ist ein Teil der Absatzpolitik eines Unternehmens. Ihr Ziel ist es, Verkaufspreise so zu gestalten, dass sie Kaufanreize für Kunden schaffen. Gleichzeitig nutzen Unternehmen die Preispolitik auch beim Einkauf, um günstige Einkaufspreise zu erzielen.

Ein wichtiger Begriff dabei ist die Preisuntergrenze: Die langfristige Preisuntergrenze ist der Mindestpreis, der alle Herstellungskosten deckt. Die kurzfristige Preisuntergrenze deckt nur die variablen Kosten — die Fixkosten bleiben ungedeckt, es entsteht ein Verlust. Die Preisobergrenze hingegen wird durch die Nachfrage bestimmt: Je höher die Nachfrage, desto höher kann der Preis sein.

Unternehmen wählen vor der Markteinführung eines Produkts eine Preisstrategie. Die wichtigsten sind:

  • Festpreisstrategie: Entweder dauerhaft hohe Preise (Hochpreisstrategie) oder dauerhaft niedrige Preise (Niedrigpreisstrategie).
  • Preiswettbewerbsstrategie: Der Preis wird im Vergleich zu Mitbewerbern festgelegt. Der sogenannte Preisführer hat den höchsten Preis im Markt.
  • Abschöpfungsstrategie: Das Produkt startet mit einem hohen Preis, der im Laufe der Zeit schrittweise gesenkt wird, um nach und nach alle Käuferschichten zu erreichen.
  • Penetrationsstrategie: Das Produkt startet mit einem niedrigen Preis, um schnell einen hohen Marktanteil zu gewinnen. Mitbewerber, die diesen Preis nicht halten können, scheiden aus dem Markt aus.

Zu den Instrumenten der Preispolitik gehören auch Rabatte — zum Beispiel Mengenrabatte, Treuerabatte oder Jahresboni. Rabatte haben den Vorteil, dass sie jederzeit wieder zurückgenommen werden können, anders als echte Preissenkungen. Skonto hingegen gilt nicht als preispolitisches Instrument, da es lediglich ein Nachlass für frühzeitige Zahlung ist.