Rechtsanwalt - Auswahl

In Kürze

Betriebsräte und Arbeitnehmer stehen manchmal vor der Frage, welcher Rechtsanwalt für arbeitsrechtliche Fragen am besten geeignet ist. Die Auswahl hängt vor allem von der Spezialisierung des Anwalts ab.

Definition

Grundsätzlich darf jeder in Deutschland zugelassene Rechtsanwalt arbeitsrechtliche Mandate übernehmen, da die juristische Ausbildung alle Rechtsgebiete umfasst. Dennoch haben sich in der Praxis verschiedene Formen der Spezialisierung herausgebildet.

Das juristische Berufsrecht regelt genau, wie ein Rechtsanwalt über seine Kenntnisse werben darf. Folgende Spezialisierungen sind zulässig:

  • Fachanwalt – stärkste Form der Spezialisierung; wird nach einer bestimmten Anzahl bearbeiteter Fälle, einem Fachanwaltslehrgang und einer bestandenen Prüfung verliehen.
  • Tätigkeitsschwerpunkt – der Anwalt war nachweislich mindestens zwei Jahre nach seiner Zulassung in dem betreffenden Rechtsgebiet tätig; bis zu drei Schwerpunkte sind möglich.
  • Interessenschwerpunkt – eine Angabe ohne weiteren Qualifikationsnachweis; schwächste Form der Spezialisierung.
  • Mediator – der Anwalt ist zusätzlich als Vermittler in Streitigkeiten tätig.

Nicht erlaubt ist es, mit konkreten Erfolgszahlen zu werben – etwa mit dem Hinweis, eine bestimmte Anzahl von Prozessen gewonnen zu haben.

Bei der Suche nach einem geeigneten Anwalt gibt es mehrere Wege: persönliche Empfehlungen aus dem Bekanntenkreis, die Auskunft der zuständigen Rechtsanwaltskammer oder der Bundesrechtsanwaltskammer sowie Anwaltssuchdienste. Die Rechtsanwaltskammern führen Register mit den jeweiligen Tätigkeitsgebieten der zugelassenen Anwälte und können gezielt weiterhelfen.