In Kürze
Der Rohgewinn zeigt, wie viel vom Umsatz übrig bleibt, nachdem die Kosten für eingekaufte Waren abgezogen wurden. Er ist ein wichtiger Maßstab dafür, ob ein Unternehmen seine laufenden Kosten decken kann.
Definition
Der Rohgewinn ist die positive Differenz zwischen dem Umsatz eines Unternehmens und dem Aufwand für eingekaufte Waren sowie Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe. Er gibt an, wie viel Spielraum ein Betrieb hat, um alle weiteren Kosten zu bezahlen.
Man unterscheidet zwei Stufen:
- Rohgewinn I: Umsatz (netto) minus Einkaufspreis der Waren. Im Handel wird dieser Wert auch als Handelsspanne bezeichnet.
- Rohgewinn II: Rohgewinn I minus Warenbezugskosten (z. B. Transportkosten). Im Handel spricht man hier von der Betriebshandelsspanne.
Die Handelsspanne wird meist in Prozent angegeben und zeigt, wie viel vom Umsatz nach dem Wareneinkauf übrig bleibt. Mit ihr lässt sich auch der Mindestumsatz berechnen, den ein Unternehmen braucht, um alle Betriebsausgaben zu decken:
Mindestumsatz = Gesamtkosten × 100 ÷ Handelsspanne
Beträgt die Handelsspanne beispielsweise 30 % und die Gesamtkosten 750.000 Euro, muss das Unternehmen mindestens 2.500.000 Euro Umsatz erzielen, um kostendeckend zu arbeiten.