In Kürze
Rüstzeiten sind die Zeitspannen, in denen eine Maschine oder Anlage für einen neuen Fertigungsauftrag vorbereitet oder nach Auftragsende wieder in den Ausgangszustand zurückversetzt wird — und dabei nicht für die eigentliche Produktion genutzt werden kann.
Definition
Als Rüsten bezeichnet man alle Tätigkeiten, die ein Betriebsmittel — also eine Maschine oder Fertigungsanlage — auf einen konkreten Arbeitsvorgang einrichten. Dazu gehören zum Beispiel das Bereitstellen und Einsetzen von Werkzeugen, das Lesen von Arbeitsanweisungen, das Auswechseln von Betriebsmitteln sowie das Justieren und Einstellen der Maschine.
Rüstzeiten haben zwei Charaktere: einen Vorbereitungscharakter — Mitarbeiter und Maschinen werden auf den nächsten Auftrag eingestellt — und einen Nachbereitungscharakter — alles wird nach Auftragsende wieder in den ursprünglichen Zustand gebracht.
Man unterscheidet zwei Arten von Rüstzeiten:
- Interne Rüstzeit: Tätigkeiten, die nur bei stillstehender Maschine möglich sind.
- Externe Rüstzeit: Tätigkeiten, die auch während des laufenden oder eingeschränkten Maschinenbetriebs erledigt werden können.
Die Rüstzeit setzt sich aus drei Bestandteilen zusammen:
- Rüstgrundzeit: die eigentliche Arbeitszeit der mit dem Rüsten beschäftigten Mitarbeiter.
- Erholungszeit: Pausen, die auf die Rüsttätigkeit entfallen.
- Verteilzeit: vorgegebene Zeitanteile für Unterbrechungen und Nebenaufgaben, die nicht direkt der Haupttätigkeit zuzuordnen sind.
Zu den Rüstkosten zählen vor allem die Personalkosten der rüstenden Mitarbeiter sowie die anteiligen Kosten der eingesetzten Betriebsmittel. Rüstzeiten, die sich einem bestimmten Auftrag direkt zuordnen lassen, gelten als direkte Kosten; alle übrigen Rüsttätigkeiten zählen zu den Gemeinkosten des Unternehmens. In größeren Unternehmen werden zusätzlich Opportunitätskosten berücksichtigt — also der entgangene Nutzen durch Maschinenstillstände weiterer Anlagen während des Rüstens.
Hohe Rüstzeiten bedeuten längere Maschinenstillstände und damit geringere Produktivität. Durch organisatorische Maßnahmen, gezielte Mitarbeiterfortbildung oder den Einsatz speziell ausgebildeter Fachkräfte lassen sich Rüstzeiten deutlich reduzieren. Kürzere Rüstzeiten senken die gesamte Durchlaufzeit, machen die Fertigung flexibler und ermöglichen es, auch kleinere Mengen wirtschaftlich herzustellen.