Spitzenrefinanzierungsfazilität

In Kürze

Spitzenrefinanzierungsfazilität bezeichnet ein kurzfristiges geldpolitisches Kreditinstrument des Eurosystems. Es ermöglicht Geschäftsbanken eine Übernachtliquiditätsaufnahme zu festem Zinssatz.

Definition

Die Spitzenrefinanzierungsfazilität ist ein geldpolitisches Instrument des Europäischen Systems der Zentralbanken. Sie ermöglicht Kreditinstituten die kurzfristige Beschaffung von Zentralbankgeld mit einer Laufzeit von einem Tag.

Die Fazilität liegt vor, wenn nationale Zentralbanken gegen ausreichende Sicherheiten Liquidität bereitstellen. Voraussetzung ist die Stellung refinanzierungsfähiger Sicherheiten sowie die Einhaltung geldpolitischer Zugangsbedingungen des Eurosystems.

Der hierfür geltende Zinssatz bildet regelmäßig die Obergrenze der kurzfristigen Geldmarktzinsen. Die Spitzenrefinanzierungsfazilität dient der Stabilisierung der Liquiditätsversorgung des Bankensystems im Tagesgeschäft.

Rechtsgrundlage ist:

  • Artikel 18 der Satzung des Europäischen Systems der Zentralbanken und der Europäischen Zentralbank

Eine Verpflichtung der Zentralbank zur Gewährung besteht nicht.

Abzugrenzen ist die Spitzenrefinanzierungsfazilität von der Einlagenfazilität, da sie Liquiditätsaufnahme und nicht Liquiditätsanlage betrifft.

In der Praxis steuert sie das Zinsniveau am Geldmarkt durch eine klar definierte obere Zinsgrenze.