unvollkommener Markt

In Kürze

Ein unvollkommener Markt beschreibt reale Marktverhältnisse mit Abweichungen vom Idealmodell. Er prägt den überwiegenden Teil wirtschaftlicher Austauschprozesse.

Definition

Unvollkommener Markt ist ein wirtschaftstheoretischer Begriff. Er bezeichnet eine Marktsituation, in der mindestens eine Bedingung vollkommener Märkte nicht erfüllt ist.

Ein unvollkommener Markt liegt vor, wenn Güter nicht homogen sind oder Markttransparenz unvollständig ist. Ebenso, wenn Marktteilnehmer ungleich über Preise, Qualitäten oder Vertragsbedingungen informiert sind.

Käufer- oder Verkäuferpräferenzen können sachlicher, persönlicher, räumlicher oder zeitlicher Art sein. Diese Präferenzen beeinflussen Nachfrageentscheidungen unabhängig vom reinen Preisvergleich.

Der unvollkommene Markt ermöglicht Anbietern eine begrenzte individuelle Preisgestaltung innerhalb bestehender Marktstrukturen.

Eine gesetzliche Normierung des Begriffs besteht nicht, da er aus der ökonomischen Theorie stammt. Der unvollkommene Markt begründet keinen Anspruch auf bestimmte Marktpreise oder Wettbewerbsverhältnisse.

Abzugrenzen ist der unvollkommene Markt vom vollkommenen Markt, der vollständige Transparenz und Homogenität voraussetzt.

In der Praxis dient der unvollkommene Markt als analytisches Modell zur Beschreibung realer Wettbewerbs- und Preisbildungsprozesse.