In Kürze
Ausbildungsmarketing umfasst alle Maßnahmen, mit denen ein Unternehmen gezielt geeignete Auszubildende anspricht, gewinnt und langfristig bindet. Es wird immer wichtiger, weil es in vielen Regionen und Berufen mehr offene Ausbildungsplätze als Bewerberinnen und Bewerber gibt.
Definition
Ausbildungsmarketing bezeichnet den systematischen Prozess, mit dem Unternehmen ihren Ausbildungsplatzbedarf am Markt kommunizieren und die richtigen Nachwuchskräfte für sich gewinnen wollen. Ähnlich wie beim Produktmarketing geht es darum, eine Zielgruppe gezielt anzusprechen und von den eigenen Angeboten zu überzeugen.
Der Hintergrund: Der Ausbildungsmarkt hat sich gewandelt. Während früher oft mehr Bewerberinnen und Bewerber als Stellen vorhanden waren, kehrt sich dieses Verhältnis zunehmend um — vor allem durch den demografischen Wandel. Unternehmen müssen daher aktiver werden, um qualifizierte Nachwuchskräfte zu finden.
Ausbildungsmarketing läuft typischerweise in mehreren Schritten ab:
- Zielformulierung: Klare, messbare Ziele setzen — etwa eine bestimmte Anzahl geeigneter Bewerbungen oder eine niedrige Abbruchquote.
- Zielgruppendefinition: Festlegen, welche jungen Menschen angesprochen werden sollen — zum Beispiel leistungsstarke Schulabgänger oder bislang unterrepräsentierte Gruppen in bestimmten Berufen.
- Strategie und Konzeption: Maßnahmen entwickeln, die zur Zielgruppe passen, ein stimmiges Gesamtbild ergeben und das Unternehmen von Mitbewerbern unterscheiden.
- Erfolgskontrolle: Regelmäßig prüfen, ob die Maßnahmen wirken — etwa anhand von Bewerbungszahlen, Ausbildungsabbrüchen oder Übernahmequoten.
Ein wichtiges Ziel ist es, dass Auszubildende gut informiert und mit realistischen Erwartungen in die Ausbildung starten. Das senkt das Risiko, dass Ausbildungsverhältnisse vorzeitig abgebrochen werden — was für alle Beteiligten nachteilig ist. Bundesweit wird etwa jedes fünfte Ausbildungsverhältnis vorzeitig aufgelöst.
Gut gemachtes Ausbildungsmarketing kann dazu beitragen, dass ein Unternehmen als attraktiver Ausbildungsbetrieb bekannt wird und Bewerberinnen und Bewerber sich bewusst für genau diesen Betrieb entscheiden.