Betriebsabrechnungsbogen

In Kürze

Der Betriebsabrechnungsbogen (BAB) ist ein zentrales Werkzeug der Kostenrechnung. Er zeigt, welche Gemeinkosten in welchem Unternehmensbereich entstehen, und bildet die Grundlage für die Kalkulation von Preisen.

Definition

Der Betriebsabrechnungsbogen verbindet die Kostenartenrechnung mit der Kostenstellenrechnung. Dabei werden alle Gemeinkosten — also Kosten, die nicht direkt einem einzelnen Produkt zugeordnet werden können — außerhalb der Buchhaltung auf die einzelnen Kostenstellen des Unternehmens verteilt.

Kostenstellen sind Bereiche im Unternehmen, denen Kosten zugerechnet werden. Typische Hauptkostenstellen sind:

  • Materialstelle – zuständig für Beschaffung und Lagerung
  • Fertigungsstelle – direkt an der Herstellung beteiligt
  • Verwaltungsstelle – allgemeine Unternehmensführung
  • Vertriebsstelle – Absatz von Produkten und Dienstleistungen

Daneben gibt es Hilfskostenstellen (z. B. Fuhrpark, Energieversorgung), deren Kosten im BAB auf die Hauptkostenstellen umgelegt werden.

Der BAB erfüllt mehrere wichtige Aufgaben: Er verteilt Gemeinkosten verursachungsgerecht, ermittelt Gemeinkostenzuschlagssätze für die Kalkulation und ermöglicht die Wirtschaftlichkeitskontrolle einzelner Unternehmensbereiche.

Je nach Umfang unterscheidet man drei Formen:

  • Einstufiger BAB – enthält nur die vier Hauptkostenstellen
  • Erweiterter einstufiger BAB – unterteilt die Hauptkostenstellen weiter, z. B. bis zur einzelnen Maschine
  • Mehrstufiger BAB – bezieht zusätzlich Hilfskostenstellen ein und legt deren Kosten schrittweise auf die Hauptkostenstellen um; aufwendiger, aber genauer

Die Verteilung der Kosten auf die Kostenstellen erfolgt mithilfe von Verteilungsschlüsseln, zum Beispiel Stromverbrauch in Kilowatt, gefahrene Kilometer oder geleistete Arbeitsstunden. Diese Schlüssel liefern keine exakten, aber praxisnahe Annäherungswerte. Einmal gewählte Schlüssel sollten möglichst beibehalten werden, um die Vergleichbarkeit über die Zeit zu sichern.