In Kürze
Bei der Einzelfertigung wird ein Produkt nur einmal oder in sehr kleiner Stückzahl hergestellt — immer für einen konkreten Kundenauftrag, nicht auf Vorrat. Jedes Erzeugnis wird individuell und einmalig nach den Anforderungen des jeweiligen Auftrags gefertigt.
Definition
Die Einzelfertigung ist eine Fertigungsform, bei der Unternehmen nicht für einen anonymen Markt produzieren, sondern gezielt für einen bestimmten Auftrag. Es gibt kein festes Fertigungsprogramm — Planung, Ausführung und Kontrolle erfolgen jeweils produktbezogen und werden für jeden Auftrag neu gestaltet oder angepasst.
Man unterscheidet zwei Formen:
- Einmalige Fertigung: Jedes Produkt ist ein Unikat, zum Beispiel eine Brücke oder ein Schiff.
- Wiederholte Fertigung: Ein Produkt wird zwar gelegentlich erneut hergestellt, aber mit so langen Unterbrechungen, dass Maschinen zwischenzeitlich abgebaut werden — zum Beispiel im Reihenhausbau.
Typische Branchen mit Einzelfertigung sind unter anderem der Großmaschinenbau, der Schiffbau, der Anlagenbau, die Bauwirtschaft sowie die Herstellung von Maßkleidung oder Zahnersatz.
Abzugrenzen ist die Einzelfertigung von der Serienfertigung, bei der gleichartige Produkte in festgelegten Stückzahlen hergestellt werden, sowie von der Massenfertigung. Gegenüber diesen entstehen bei der Einzelfertigung höhere Stückkosten, längere Lieferzeiten und ein größerer Planungsaufwand, da Folgeaufträge schwer vorherzusagen sind.
Für Arbeitnehmer bedeutet Einzelfertigung in der Regel abwechslungsreiche Tätigkeiten und eine höhere Arbeitszufriedenheit — gleichzeitig werden aber auch eine höhere Qualifikation und mehr Flexibilität verlangt. Unternehmen benötigen gut ausgebildete Fachkräfte, die sich schnell auf neue Aufgaben einstellen können. Eine gesetzliche Definition oder unmittelbare Rechtsgrundlage ist für die Einzelfertigung nicht vorgesehen; sie begründet keine besonderen arbeitsrechtlichen Ansprüche oder Pflichten.