Fertigungseinzelkosten

In Kürze

Fertigungseinzelkosten sind alle Kosten, die direkt mit der Herstellung eines Produkts zusammenhängen und diesem eindeutig zugeordnet werden können.

Definition

Fertigungseinzelkosten entstehen im Betrieb überall dort, wo Produkte hergestellt werden. Sie lassen sich ohne großen Aufwand einem bestimmten Produkt direkt zurechnen.

Sie bestehen aus zwei wesentlichen Bestandteilen: dem Fertigungslohn und den Kostenstellen- bzw. Maschinenkosten.

Fertigungslohn ist die Vergütung der Mitarbeiter, die unmittelbar an der Produktion beteiligt sind. Dazu zählen unter anderem:

  • Bruttolöhne einschließlich Leistungszulagen, Tantiemen und Prämien
  • Arbeitgeberanteil der gesetzlichen Sozialabgaben
  • Lohnfortzahlung an Feiertagen und im Krankheitsfall
  • Urlaubsvergütung und zusätzliche Urlaubsgelder
  • Zuschläge für Mehrarbeit sowie Sonn- und Feiertagsarbeit
  • Weihnachtsgeld und zusätzliche Monatsvergütungen
  • Mutterschaftsbezüge

Kostenstellen- bzw. Maschinenkosten fallen vor allem in stark automatisierten Betrieben an. Mithilfe eines sogenannten Maschinenstundensatzes werden die Kosten einer Maschine oder Kostenstelle auf die einzelnen Produkte verteilt. Dieser Satz setzt sich zusammen aus Personalkosten, Energiekosten, Instandhaltungskosten, Betriebsstoffkosten sowie kalkulatorischen Kosten wie Abschreibungen.

Daneben gibt es die Sondereinzelkosten der Fertigung. Das sind Kosten, die nicht bei allen Produkten anfallen, sich aber trotzdem direkt einem bestimmten Produkt oder Auftrag zuordnen lassen. Beispiele sind artikelbezogene Entwicklungskosten, Lizenzen, Sonderwerkzeuge oder kundenbezogene Kosten.