In Kürze
Beim patriarchalischen Führungsstil trifft eine einzige Führungsperson alle Entscheidungen allein — ähnlich einer Vaterfigur. Im Gegenzug kümmert sie sich fürsorglich um die Mitarbeiter, erwartet aber Gehorsam und Loyalität.
Definition
Der patriarchalische Führungsstil ist geprägt durch die Autorität und Güte eines „Betriebs-Oberhaupts". Die Führungsperson versteht sich als klassische Vaterfigur: Sie ist für die Mitarbeiter ansprechbar, kümmert sich auch um deren persönliches Wohl und übernimmt die gesamte Verantwortung im Unternehmen.
Im Gegenzug erwartet sie von den Mitarbeitern Gehorsam, Loyalität, Treue und Dankbarkeit. Mitarbeiter werden an Entscheidungen nicht oder kaum beteiligt. Die gesamte betriebliche Organisation ist auf diese eine Person ausgerichtet — es gibt keine Stabsstellen und keine weiteren Führungsebenen.
Der Machtanspruch stützt sich auf Alters-, Wissens- und Erfahrungsvorsprung. Selbstständig denkende Mitarbeiter haben es unter diesem Führungsstil schwer und resignieren häufig innerlich oder verlassen das Unternehmen.
Vorteile
- Schnelle Entscheidungen, besonders in Krisenzeiten
- Wenig Informationsverluste, da alle Informationen zentral zusammenlaufen
Nachteile
- Überlastung der Führungsperson durch Routineaufgaben und Nebensächlichkeiten
- Entscheidungsqualität hängt vollständig von einer einzigen Person ab
- Fähigkeiten der Mitarbeiter werden nicht erkannt und bleiben ungenutzt
- Fehlentscheidungen sind wahrscheinlicher, weil Mitarbeiterwissen fehlt
- Geringe Motivation und Selbstständigkeit der Mitarbeiter
Heute gilt dieser Führungsstil als nicht mehr zeitgemäß. Er kommt noch vereinzelt in kleinen und mittleren Familienunternehmen vor, vor allem in der Landwirtschaft und im Handwerk.