Führungsstil - weitere Formen

In Kürze

Neben den klassischen Führungsstilen gibt es weitere Formen, die sich in ihrer Ausrichtung auf Aufgaben, Personen, Gruppen oder den Grad der Mitarbeiterbeteiligung unterscheiden. Sie helfen zu verstehen, wie Vorgesetzte ihre Mitarbeiter führen und Entscheidungen treffen.

Definition

Der richtungsbezogene Führungsstil unterscheidet zwischen zwei Dimensionen: der Aufgabenorientierung und der Personenorientierung. Beim aufgabenorientierten Stil steht das Arbeitspensum im Vordergrund, Leistungsdruck ist typisch. Beim personenorientierten Stil behandelt die Führungskraft ihre Mitarbeiter als Partner, setzt auf Anerkennung und Lob.

Der gruppenbezogene Führungsstil stellt nicht den einzelnen Mitarbeiter, sondern das gesamte Team in den Mittelpunkt. Verantwortung und Kompetenz werden der Gruppe übertragen. Die Führungskraft kennt die Stärken und Schwächen der Teammitglieder und integriert deren Erfahrungen gezielt in die Gruppenarbeit. Erfolg und Misserfolg gehören dem ganzen Team.

Das Führungskontinuum wurde 1958 entwickelt und beschreibt sieben Stufen zwischen dem autoritären und dem demokratischen Führungsstil:

  • Autoritär: Die Führungskraft entscheidet allein und gibt Anweisungen.
  • Patriarchalisch: Anweisungen werden erteilt und begründet.
  • Beratend: Entscheidungen werden erläutert und können hinterfragt werden.
  • Konsultativ: Mitarbeiter werden befragt, die Führungskraft entscheidet endgültig.
  • Partizipativ: Die Gruppe entwickelt Lösungen, die Führungskraft entscheidet.
  • Delegativ: Die Gruppe entscheidet innerhalb eines vorgegebenen Rahmens.
  • Demokratisch: Mitarbeiter entscheiden eigenständig, die Führungskraft koordiniert.

Der enzymische Managementstil (geprägt 2009) setzt auf einen verbindlichen Orientierungsrahmen, innerhalb dessen sich Mitarbeiter selbstständig organisieren. Führung bedeutet hier nicht Kontrolle, sondern Anregung und Coaching. Die Mitarbeiter gestalten und lösen Aufgaben eigenverantwortlich. Dieser Stil fördert eine Vertrauenskultur, stärkt die Umsetzungskraft von Teams und erhöht die Anpassungsfähigkeit einer Organisation.