Holding

Eine Holding ist eine Unternehmensstruktur, bei der eine Muttergesellschaft Beteiligungen an einem oder mehreren rechtlich selbstständigen Tochterunternehmen hält und diese zentral beherrscht. Sie ist keine eigene Rechtsform und im deutschen Recht nicht exakt definiert, hat aber erhebliche Bedeutung für arbeitsrechtlic...

In Kürze

Eine Holding ist eine Unternehmensstruktur, bei der eine Muttergesellschaft Beteiligungen an einem oder mehreren rechtlich selbstständigen Tochterunternehmen hält und diese zentral beherrscht. Sie ist keine eigene Rechtsform und im deutschen Recht nicht exakt definiert, hat aber erhebliche Bedeutung für arbeitsrechtliche Zuständigkeiten und Mitbestimmung.

Definition

Das Wort „Holding" stammt vom englischen „to hold" (halten) und beschreibt eine hierarchische Unternehmensstruktur mit mindestens zwei Ebenen: der Muttergesellschaft und mindestens einem Tochterunternehmen, an dem die Muttergesellschaft eine Kapitalbeteiligung hält. Die Tochterunternehmen sind rechtlich und organisatorisch selbstständig; die eigentliche Leistungserstellung findet in ihnen statt.

Hält die Holding die Stimmrechtsmehrheit an den verbundenen Unternehmen oder besteht ein Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag, spricht man von einem Konzern. Begrifflich knüpft die Holding an den Konzernbegriff des Aktiengesetzes (AktG) an.

Die Holding begründet in der Regel keinen eigenen Geschäftsbetrieb und ist typischerweise nicht unmittelbarer Arbeitgeber der Beschäftigten in den Tochterunternehmen. Dennoch beeinflusst sie arbeitsrechtliche Zuständigkeiten, Mitbestimmungsrechte und konzernbezogene Personalentscheidungen.

Es gibt drei wesentliche Formen der Holding:

  • Operative Holding: Die Muttergesellschaft ist selbst am Markt tätig. Die Tochterunternehmen ergänzen oder unterstützen ihre Aktivitäten und sind von ihr strategisch, strukturell und personell abhängig.
  • Management-Holding: Die Muttergesellschaft hat kein eigenes operatives Geschäft, sondern führt die verbundenen Unternehmen strategisch und koordiniert sie. Die Tochterunternehmen behalten dabei weitgehende Eigenständigkeit.
  • Finanzholding: Die Muttergesellschaft verwaltet ausschließlich das Vermögen der verbundenen Unternehmen ohne direkten operativen oder strategischen Einfluss — ihr Ziel ist die Ertrags- und Vermögensoptimierung.

Typische Vorteile einer Holding-Struktur sind:

  • Nutzung nationaler und internationaler Steuervorteile
  • Vereinfachte Übernahme anderer Unternehmen
  • Erweiterte Möglichkeiten zur Unternehmensbeteiligung

Typische Nachteile sind:

  • Schwierigkeiten bei der Integration neuer Unternehmen
  • Steuerungsprobleme bei vielen Tochterunternehmen
  • Koordinationsaufwand und zusätzliche Verwaltungskosten

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