In Kürze
Beim Jobsharing teilen sich mindestens zwei Arbeitnehmer einen Arbeitsplatz. Es handelt sich um eine besondere Form der Teilzeitarbeit, die im Teilzeit- und Befristungsgesetz (TzBfG) geregelt ist.
Definition
Jobsharing bedeutet Arbeitsplatzteilung: Mehrere Arbeitnehmer teilen sich die Arbeitszeit an einem gemeinsamen Arbeitsplatz. Grundlage ist § 13 TzBfG. Dabei muss die Arbeitszeit jedes einzelnen Jobsharers unter der betriebsüblichen Arbeitszeit liegen.
Ein besonderes Merkmal ist die Eigenverantwortung der Jobsharer: Sie regeln Arbeitszeiten, Einsatzplanung und gegenseitige Vertretung weitgehend selbst. Der Arbeitgeber verzichtet damit auf einen Teil seines Weisungsrechts. Untereinander bestehen zwischen den Jobsharern jedoch keine rechtlichen Beziehungen.
Die Jobsharer erstellen gemeinsam einen verbindlichen Arbeitsplan. Dieser kann nach Übergabe an den Arbeitgeber nur noch gemeinsam mit ihm geändert werden. Einigen sich die Jobsharer nicht, legt der Arbeitgeber die Arbeitszeiten im Rahmen seines Direktionsrechts fest.
Jobsharer haben dieselben Ansprüche wie andere Teilzeitkräfte: anteiliges Entgelt, Urlaub, Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall sowie Anspruch auf Zuschläge und Sondervergütungen. Bei Verhinderung eines Jobsharers besteht eine Vertretungspflicht der anderen — jedoch nur, wenn dies vereinbart wurde und soweit es zumutbar ist. Eine Ankündigungsfrist von vier Tagen kann verlangt werden.
Scheidet ein Jobsharer aus, genießen die verbleibenden Jobsharer einen besonderen Kündigungsschutz: Der Arbeitgeber muss zunächst versuchen, eine Ersatzkraft zu finden. Erst wenn das scheitert, darf er eine ordentliche Änderungskündigung aussprechen — etwa zur Umwandlung in ein Vollzeit- oder normales Teilzeitverhältnis.
Vor- und Nachteile für Arbeitnehmer
- Vorteil: Erhöhte Flexibilität und mehr Eigenbestimmung über die Arbeitszeit
- Nachteil: Vertretungseinsätze sind schwer planbar
- Nachteil: Abstimmung mit den anderen Jobsharern kann schwierig sein
Vor- und Nachteile für Arbeitgeber
- Vorteil: Der Arbeitsplatz ist in der Regel durchgehend besetzt
- Vorteil: Höhere Motivation und Leistungsbereitschaft der Beschäftigten
- Nachteil: Koordinationsaufwand bei Uneinigkeit der Jobsharer
- Nachteil: Regelmäßige Arbeitsübergaben sind notwendig