Materialeinzelkosten

In Kürze

Materialeinzelkosten sind Materialkosten, die sich einem bestimmten Produkt direkt zuordnen lassen. Sie sind ein wesentlicher Bestandteil der Herstellkosten eines Unternehmens.

Definition

In der Kostenrechnung werden Kosten danach unterschieden, ob sie einem einzelnen Produkt (Kostenträger) direkt zugerechnet werden können oder nicht. Kosten, die sich eindeutig einem Produkt zuordnen lassen, heißen Einzelkosten — beim Material spricht man entsprechend von Materialeinzelkosten.

Typische Materialeinzelkosten sind:

  • Rohstoffe – gehen direkt in das Produkt ein (z. B. Holz für eine Schrankwand) und sind immer Materialeinzelkosten.
  • Hilfsstoffe – können ebenfalls Materialeinzelkosten sein, wenn sie dem Produkt zugeordnet werden können; bei geringwertigen Hilfsstoffen werden sie in der Praxis meist als Gemeinkosten behandelt.
  • Betriebsstoffe (z. B. Schmierstoffe) – gelten in der Regel als Materialgemeinkosten, da sie sich einzelnen Produkten kaum zurechnen lassen.

Materialeinzelkosten bilden zusammen mit den Materialgemeinkosten den gesamten Materialaufwand eines Unternehmens. Sie dienen außerdem als Grundlage für die Berechnung der Materialgemeinkosten.

Für die Bilanz gilt: Materialeinzelkosten müssen nach § 255 HGB als Teil der Herstellkosten aktiviert werden, das heißt, sie sind im Jahresabschluss als Vermögensgegenstand auszuweisen.